Initiative „Starkes Handorf“
Gemeinsam den Stadtteil stark machen

Münster-Handorf -

Eine Initiative will Handorf voranbringen. Sie heißt „Starkes Handorf“, versteht sich als bürgernah und überparteilich – und will nicht zuletzt sicherstellen, dass die Handorfer selbst bei der Entwicklung ihres Ortes mitreden können.

Montag, 30.12.2019, 18:50 Uhr
Die Gründungsmitglieder der Initiative „Starkes Handorf“ (v.l.): Angelika Schwakenberg, Christoph Deckwitz, Willy Schaefers, Josef Nordhoff, Martina Klimek, Michael Tegtmeier, Jannik Große-Holling und Raphael Castelli
Die Gründungsmitglieder der Initiative „Starkes Handorf“ (v.l.): Angelika Schwakenberg, Christoph Deckwitz, Willy Schaefers, Josef Nordhoff, Martina Klimek, Michael Tegtmeier, Jannik Große-Holling und Raphael Castelli Foto: pd

Den Anstoß zur Gründung gab unbeabsichtigt der Aachener Verkehrsgutachter Dr. Hartmut Ziegler: Der Verkehr in Handorf werde zunehmen, prognostizierte der Experte im vergangenen Juli bei einer Info-Veranstaltung von Straßen-NRW zur Entwicklung der B 51. Mit dieser Botschaft wurde offenbar eine rote Linie überschritten: Jahrelang hatte man in Handorf darauf vertraut, dass es nach erfolgtem Ausbau der Umgehungsstraße (B 481 n) im Ortskern ruhiger werden würde. Nun wurde vielen erbosten Handorfern auf einmal klar: Wenn wir uns nicht deutlich zu Wort melden und Einfluss nehmen, könnten die Dinge aus dem Ruder laufen.

Damit war die Idee zur Initiative „Starkes Handorf“ geboren; eines Zusammenschlusses engagierter Bürgerinnen und Bürger, die vor allem den Ortskern vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr entlasten wollen. „Wir wollen nicht bis zur Fertigstellung der B 481 n darauf warten“, sagt Josef Nordhoff , der gemeinsam mit Willy Schaefers und Jannik Große-Holling als Sprecher der Initiative fungiert.

Der Straßenverkehr rund um die Handorfer Straße ist das vordringlichste, aber nicht das einzige Thema. Es gehe darum, Strategien zu entwickeln, wie der Ort attraktiver werden könnte – auch im Hinblick auf Handel und Gewerbe, auf Tourismus und Lebensqualität. Gute Ideen seien gefragt, die ausdrücklich in das neue Stadtteilentwicklungskonzept für Münster-Ost einfließen sollen. Man stehe im engen Kontakt mit den Vertretern des öffentlichen Lebens und habe bereits viele gute Ideen gesammelt. „Wir versuchen, etwas in Gang zu setzen“, sagt Josef Nordhoff.

Die Initiative weiß Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek (CDU) an ihrer Seite, versteht sich aber ausdrücklich als überparteilich. „Unser Thema ist Handorf“, sagt Klimek; es gehe nicht um die Fokussierung auf einzelne umstrittene Themen. So sei man auch nicht ausdrücklich gegen einen Ausbau der B 51 – allerdings müssten dabei die Interessen des Stadtteils und seiner Bewohner angemessen berücksichtigt werden.

Wichtigstes Werkzeug sei neben persönlicher Überzeugungsarbeit der Bürgerantrag nach Paragraf 24 der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung. Seit Oktober wurden nach Angaben der Initiative schon mehrere solcher Bürgeranträge an Politik und Verwaltung auf den Weg gebracht. Themen sind beispielsweise die Anregung für eine weitere Handorfer Grundschule in den neuen Baugebieten, die Umgestaltung des Petronillaplatzes oder neue, vorübergehende Vorfahrtsregelungen, um dem Schwerlastverkehr die Durchfahrt durch die Handorfer Straße zu verleiden. Ganz neu ist der Vorschlag, die Buslinien nicht mehr in beide Fahrtrichtungen durch die Handorfer Straße zu führen, sondern die Fahrt in Richtung Dorbaum in die Hobbeltstraße zu verlegen.

Wer sich beteiligen möchte, ist zur Mitarbeit eingeladen­ ­(E-Mail: info@starkeshandorf.de).  

Kommentar: Ermutigende Signale

Das Jahr 2019 war für Münster-Ost ein Jahr der gemischten Gefühle. Noch mehr Veränderung, noch mehr Wachstum, noch mehr Verkehrsprobleme – nach Jahrzehnten relativer Ruhe ist der Stadtbezirk unsanft in der Gegenwart angekommen.Doch gerade in Handorf, wo die Unruhe verständlicherweise am größten ist, tut sich viel. Die Eröffnung des „Handorfer Huus“ war ein erstes wichtiges Signal, dass das öffentliche Leben im Ort nicht zum Erliegen kommt. Der wiedererstarkte Heimatverein hilft beim inneren Zusammenhalt – und die Initiative „Starkes Handorf“ setzt sich dafür ein, dass die Interessen des Ortes berücksichtigt werden. Das sind ermutigende Signale.Es wird unruhig bleiben, 2020 ist schließlich auch das Jahr der Kommunalwahl. Wichtig deshalb, dass es in allen Debatten möglichst immer um die Sache geht – und nicht so sehr um die Deutungshoheit.Lukas Speckmann

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