Stadtverwaltung hält an ursprünglicher Planung fest
Veloroute: Der Kirschgarten bleibt erste Wahl

Münster-Handorf -

Die Stadtverwaltung bleibt dabei: Die geplante Veloroute nach Telgte soll über den Kirschgarten – und nicht über die Handorfer Straße führen.

Dienstag, 21.01.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 16:08 Uhr
Über den Streckenverlauf der Veloroute nach Telgte wird am Donnerstag in der BV Ost diskutiert.
Über den Streckenverlauf der Veloroute nach Telgte wird am Donnerstag in der BV Ost diskutiert. Foto: Oliver Werner

Es ist nurein kleiner Satz in der Verwaltungsvorlage zur geplanten Veloroute von Münster nach Telgte, aber er enthält einigen Zündstoff: „Die vier Anregungen gemäß Paragraf § 24 der Gemeindeordnung und der Antrag der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Ost werden als erledigt angesehen.“

Im Klartext: Die Stadtverwaltung möchte die Veloroute im Handorfer Ortskern genauso umsetzen wie ursprünglich geplant: Sudmühlenstraße – Kirschgarten – Hobbeltstraße. Die Vorschläge zu einer alternativen Streckenführung, wie sie bei der Bürgerversammlung am 3. Juli 2019 im „Handorfer Huus“ angeregt wurden, blieben damit unberücksichtigt.

Die Handorfer CDU hat das offenbar schon kommen sehen – und bereits vor Veröffentlichung der Vorlage einen offenen Brief an Oberbürgermeister Markus Lewe, den Rat und die BV Ost gerichtet. Es wird darin eindringlich gebeten, die Alternativrouten „zu würdigen und ernsthaft zu prüfen“: Zum einen sei der Kirschgarten ungeeignet, weil er als Schulweg genutzt werde – zum anderen sei es vor dem früheren Wersehof schon gefährlich genug.

Fast noch wichtiger: Die Planung müsse die „Möglichkeiten zur zukünftigen Gestaltung des Ortskerns“ berücksichtigen, wenn nach dem Ausbau von Umgehungsstraße und B 51 die Handorfer Straße vom Durchgangsverkehr entlastet wird – die Veloroute wäre dann ein Beitrag zur Verkehrsberuhigung.

Warum die Zurückweisung der Vorschläge? Es gehe nicht um Zurückweisung, betont Gerhard Rüller, der stellvertretende Leiter des Tiefbauamts: „Wir haben die Alternativen geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir bei unserem Vorschlag bleiben.“ Man habe Befahrbarkeit, Umwege, Streckenlänge und Knotenpunkte genau unter die Lupe genommen. Was vor allem gegen die Alternativen spreche: Die Handorfer Straße wäre als Teil der Veloroute zu eng und zu stark befahren, um eine Bevorrechtigung der Veloroute durchzusetzen. Und eine südliche Trasse durch den Boniburger Park? Wäre ein kaum machbarer Eingriff ins Landschaftsschutzgebiet und würde außerdem den aufwendigen Neubau einer Brücke erfordern.

Die Streckenführung über den Kirschgarten hingegen ließe sich zügig, vielleicht schon 2021 realisieren. Auf den Ausbau der Umgehungsstraße und damit auf neue Bedingungen für die Handorfer Straße zu warten, berge die Gefahr, die Veloroute zu verzögern, meint Rüller: „Ich will nicht ausschließen, dass wir die Streckenführung später noch einmal ändern. Das muss man dann prüfen.“

Für die Handorfer CDU ist das Thema von größter Bedeutung, betont deren Vorsitzende Silke Busch: „Wir hoffen immer noch, dass die Veloroute durch die Handorfer Straße führt – das wäre die optimale Lösung.“

Welche Chancen haben die Alternativvorschläge denn noch? „Die Politik kann sich anders entscheiden“, sagt Rüller. Die Politik – das sind vor allem die Mitglieder des Stadtplanungsausschusses, die am 6. Februar zusammenkommen und in dieser Sache entscheiden dürfen. Zuvor jedoch steht die Vorlage auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Münster-Ost, die am Donnerstag (23. Januar) um 17 Uhr zur öffentlichen Sitzung im „Handorfer Huus“ zusammentritt. Die BV Ost wird zum Thema Velorouten jedoch nur angehört – ein wirkliches Mitspracherecht hat sie nicht.

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