Bezirksvertretung stimmt mit klarer Mehrheit für die Kirschgarten-Strecke
Weg frei für die Veloroute

Münster-Ost -

Es bleibt beim Kirschgarten. Die Mehrheit in der Bezirksvertretung Münster-Ost hat keine Bedenken gegen die Streckenführung der ersten münsterischen Veloroute.

Dienstag, 28.01.2020, 07:00 Uhr
Gerhard Rüller informierte im Heimathaus über die geplante Veloroute und stellte sich zahlreichen kritischen Einwänden.
Gerhard Rüller informierte im Heimathaus über die geplante Veloroute und stellte sich zahlreichen kritischen Einwänden. Foto: Julian Alexander Fischer

Mit deutlicher Mehrheit gab die Bezirksvertretung Münster-Ost den Weg für die stadtweit erste Veloroute von Münster nach Telgte frei: Mit zwölf gegen sieben Stimmen wurde die von den Planern vorgeschlagene Route akzeptiert, die nicht durch den Handorfer Ortskern, sondern über Kirschgarten und Hobbeltstraße führt. Nur die CDU-Fraktion stimmte geschlossen dagegen – sie hatte sich mit ihrem Vorschlag nicht durchsetzen können, die Veloroute vorerst nur bis zum Handorfer Ortsrand zu bauen und die Streckenführung im Ortskern bis auf weiteres nicht festzulegen.

„Wir verlieren doch keine Zeit“

„Wir verlieren doch keine Zeit dadurch“, meinte Heinrich Möllers ( CDU ). Ist die Umgehungsstraße erst ausgebaut, lässt der Verkehrsdruck auf die Handorfer Straße nach – und dann könnte die Veloroute auf dieser Strecke den Ortskern zusätzlich beruhigen. Der Kirschgarten hingegen würde als Fahrradstraße die Rechts-vor-Links-Regelung verlieren und damit auch für Autofahrer zum reizvollen Schleichweg werden.

Eine verkehrsberuhigte Handorfer Straße als Veloroute? „Niemand hat etwas dagegen, wenn das in einigen Jahren so kommt“, meinte der Grüne Jörn Möltgen. Doch bis dahin dürfe der Ausbau der stadtweit ersten Veloroute nicht an solchen Bedenken scheitern. Und der Kirschgarten werde durch die Veloroute nur sicherer.

„Eine sehr gute Vorlage“

Gerhard Rüller vom Tiefbauamt versicherte, die Stadt werde gemeinsam mit der Polizei auf mögliche Sicherheitsbedenken am Kirschgarten eingehen. Die Verkehrsplaner hätten jedenfalls alle Streckenvarianten genau unter die Lupe genommen – und blieben bei ihrem ursprünglichen Vorschlag.

Ratsherr Ludger Steinmann (SPD), der als Gast an der BV-Sitzung teilnahm, lobte die Planer ausdrücklich: Der Kirschgarten sei schon wegen der Anbindung der neuen Baugebiete und der neuen Sportstätten jenseits der Hobbeltstraße genau richtig für eine Veloroute. „Eine sehr gute Vorlage“, lobte auch CDU-Bezirksvertreter Hartmut Drews, der vor vier Jahren aus der Fraktion ausgeschlossen worden war: „Ich verstehe das ganze Heckmeck nicht.“

Gerhard Rüller hingegen, der – wie berichtet – anlässlich des Stadtteilbesuchs von Oberbürgermeister Markus Lewe den geplanten Veloroutenverlauf im Heimathaus noch einmal öffentlich erläuterte, musste sich einige Kritik anhören. Anwohner fürchten unter anderem um die Sicherheit des Schulwegs und die Verdrängung ihrer Autos aus dem Wohngebiet.

Die Entscheidung über die Veloroute trifft der städtische „Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen“, der am 6. Februar um 17 Uhr im Rathaus tagt.

Kommentar: Deutliches Signal

Das war deutlich: Die erste Veloroute der Stadt Münster soll unbedingt gebaut und nicht von Detailfragen im Stadtteil ausgebremst werden. Das klare Votum der Bezirksvertretung ist zwar nicht bindend – doch nun ist es noch unwahrscheinlicher, dass sich im entscheidenden städtischen Planungsausschuss andere Mehrheiten finden werden.Für die Stadtplanung ist es ein Signal: Velorouten sind mehrheitsfähig, auch wenn es im Vorfeld hakt. Nicht jeder Widerspruch findet gleich politische Resonanz.Für die Bezirkspolitik ist es ein spannender Ausblick auf die Kommunalwahl: Alte Mehrheiten verstehen sich nicht mehr von selbst. Die größte Fraktion in der Bezirksvertretung kann in einer für sie wichtigen Frage keine Verbündeten gewinnen – auch nicht ihre beiden Ex-Mitglieder – und weist deshalb ein für die Stadt wichtiges Projekt vordergründig zurück. Das gibt einen Vorgeschmack darauf wie schwer es künftig wird, als Stadtbezirk auf die Stadtpolitik Einfluss zu nehmen. (Lukas Speckmann)

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