Hubert Bäumer stellt Entwurf vor
„Domhof“: Eine Perspektive für Handorfs Mitte

Münster -

Wie könnte die Handorfer Straße aussehen, wenn es mit der Verkehrsberuhigung klappt? Der Architekt und Stadtplaner Hubert Bäumer hat sich ein paar Gedanken dazu gemacht. Hier sein Vorschlag . . .

Dienstag, 04.02.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 12:28 Uhr
Der Platz vor der Sparkasse, „Domhof“ genannt, soll früher ein markanter Ortsmittelpunkt gewesen sein. Hubert Bäumers Vorschlag sieht vor, ihn wiederzubeleben.
Der Platz vor der Sparkasse, „Domhof“ genannt, soll früher ein markanter Ortsmittelpunkt gewesen sein. Hubert Bäumers Vorschlag sieht vor, ihn wiederzubeleben. Foto: Hubert Bäumer

Der städtische Planungsausschuss entscheidet am Donnerstag (6. Februar) über die Streckenführung der Veloroute in Handorf. Nachdem die Bezirksvertretung, wie berichtet, dem ursprünglich geplanten, wenngleich umstrittenen Verlauf durch den Kirschgarten zugestimmt hat, gilt es als unwahrscheinlich, dass der Fachausschuss zu einer anderen Einschätzung kommt. Damit dürfte die von der CDU-Fraktion verfochtene Idee, mit einer Veloroute im Ortskern zur Verkehrsberuhigung beizutragen, vorerst erledigt sein.

„Akteursworkshop“ für geladene Mitglieder

Das Thema Verkehrsberuhigung spielt gleichwohl eine Rolle beim „Akteursworkshop“ zum neuen Stadtteilentwicklungskonzept: Nach den Auftaktveranstaltungen im Dezember lädt das Planungsamt derzeit Vertreter von Vereinen, Initiativen und Institutionen ein, über die Ortskerne von Handorf und Gelmer sowie über den Landschaftsraum zu diskutieren und Vorschläge zu sammeln. Schon vorab legt der Handorfer Architekt und Stadtplaner Hubert Bäumer einen Entwurf vor, den er selbst als „groben Vorschlag“ bezeichnet: Im Kern gehe es darum, dem Dorf jenen Mittelpunkt zurückzugeben, der durch die verunglückte Stadtplanung der 70er-Jahre verloren gegangen sei.

Platz am „Glücksquelle“-Brunnen

Zentrum wäre demnach der kleine Platz vor der Sparkasse mit dem „Glücksquelle“-Brunnen. Genau hier, so erinnert sich Hubert Bäumer, habe man sich früher nach dem Gottesdienst oder bei Festen getroffen, der Name „Domhof“ sei geläufig gewesen. Diese Fläche könne man durch das vom Petronillaplatz übernommene Kleinpflaster und durch Baumpflanzungen wieder als Platz kenntlich machen.

Zugleich müsste eine verkehrsberuhigte Handorfer Straße wieder auf ihren alten 5,50-Meter-Querschnitt zurückgebaut werden. Durch den Verzicht auf Bordsteine ergäbe sich ein enormer Platzgewinn – Raum für Sitzgelegenheiten, Straßenverkauf und sogar einige Kurzzeitparkplätze. Bäumers Idee: die alten Grundstücksgrenzen könnten durch einreihiges Pflaster gekennzeichnet werden, um zumindest eine Idee des alten Dorfbildes zurückzugewinnen.

Voraussetzung: weniger Verkehr

Dies alles setze voraus, dass nach Fertigstellung der Umgehungsstraße Handorf tatsächlich erheblich vom Verkehr entlastet wird. Bäumer warnt davor, diesem Effekt blind zu vertrauen: Das Beispiel Wolbecks zeige, dass eine Ortsumgehung nicht alle Probleme löse; Verkehrsberuhigung müsse aktiv geplant werden. 

Der „Akteursworkshop“ ist nicht öffentlich. Der Planungsausschuss tritt am Donnerstag (6. Februar) um 17 Uhr im Stadtweinhaus zusammen; dabei geht es auch um die Münsterland S-Bahn: Die Stadt regt an, neue Haltepunkte in Handorf und an der Mondstraße zu prüfen.

Kommentar: Guter Vorgeschmack

Es muss nicht genau so kommen, wie der Architekt Hubert Bäumer es hier zur Diskussion stellt. Und doch ist es wichtig, schon zu Beginn der Stadtteilentwicklungskonzept-Planung zu zeigen, wie ein verkehrsberuhigter Ortskern in Handorf aussehen könnte – nämlich besser als heute. Die Öffentlichkeit sollte daran so sehr Geschmack gewinnen, dass das Ziel „Verkehrsberuhigung“ nicht mehr verhandelbar ist.Ob die einmal fertiggestellte Umgehungsstraße wirklich dafür sorgt, dass der Durchgangsverkehr künftig draußen bleibt, ist fraglich. Darum müsste die Handorfer Straße so umgestaltet werden, dass Kraftfahrern auf dem Weg von Telgte nach Greven die Lust an dieser vermeintlichen Abkürzung vergeht. Eine schmale Durchfahrt mit viel Platz für Fußgänger und ein neuer Dorfmittelpunkt wären eine wichtige Ergänzung der Ortsumgehung. Wenn diese Kombination tatsächlich funktioniert, ließe sich auch über den Verlauf der Veloroute im Ortskern neu nachdenken.Lukas Speckmann

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