St. Petronilla: Pfarrer Jürgen Streuer zieht eine Corona-Bilanz und blickt optimistisch in die Zukunft
Herausforderung und Kreativität

Münster-Handorf -

„Wir haben im abgelaufenen Jahr trotz Corona viel Menschlichkeit verschenken können. Diesen Schwung sollten wir ins neue Jahr mitnehmen“, sagt Pfarrer Jürgen Streuer, Pfarrer von St. Petronilla.

Dienstag, 05.01.2021, 06:35 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 06:40 Uhr
Pfarrer Jürgen Streuer hofft, 2021 in St. Petronilla wieder mehr Nähe zu den Gläubigen zulassen zu können.
Pfarrer Jürgen Streuer hofft, 2021 in St. Petronilla wieder mehr Nähe zu den Gläubigen zulassen zu können. Foto: hpe

Für ihn war es ein „herausforderndes Jahr“ mit Höhen und Tiefen, aber auch eine Zeit der Kreativität und menschlicher Nähe, auch wenn sie nur mit Abstand möglich war: Jürgen Streuer, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Petronilla, hofft mit Optimismus auf ein besseres 2021 und blickt mit Dankbarkeit zurück auf das große Engagement seines Seelsorgeteams und aller Gruppen in der rund 6000 Katholiken starken Gemeinde in schweren Zeiten der Pandemie.

Denn ab Mitte März 2020 waren wegen des ersten Lockdowns keine Gottesdienste mehr möglich, erst einen Tag vor der verordneten Schließung der drei Kirchen in Handorf, Dyckburg und Gelmer wurde die Anordnung bekannt gegeben. „Ein komisches Gefühl für mich, weil gerade in diesen schweren Zeiten die Leute ja eigentlich unseren Zuspruch brauchen“, so Streuer.

Keine Firmung, die Jugendarbeit fiel aus, nur negative Botschaften und Veranstaltungsabsagen beschäftigten den Geistlichen. „Besonders bedrückend waren die Beerdigungen, weil ja nur wenige Familienmitglieder vor Ort Abschied nehmen durften“, sagt er. Das erschwere den Trauerprozess unendlich. Um wenigstens den engsten Kreis teilnehmen lassen zu können, seien häufig Angehörige als Sargträger aktiv geworden.

Auf der anderen Seite erlebte Streuer ein hohes Maß an Kreativität. Zu Ostern wurden rund 700 kleine Tüten für Gemeindemitglieder gepackt, bei der Münster-Tafel ersetzten Pfadfinder die älteren Akteure und organisieren Einkaufshilfen für kranke Mitbürger. „Die Seelsorge lief nur noch per Telefon“, so Streuer. Die Erstkommunion fand im Herbst, ebenso wie viele der Gottesdienste, unter freiem Himmel statt, weil in den Kirchen wegen Corona nur wenige Bankplätze besetzt werden durften. Von 60 geplanten Hochzeiten fanden nur elf statt, auch in der Adventszeit gab es Einschränkungen. Die Christmetten in der Reithalle Sudmühle mit großem Abstand funktionierten ebenso wie der Krippenweg unter freiem Himmel an der St.-Petronilla-Kirche. „Es kamen zu den Christmetten zwar nur die Hälfte der angemeldeten Gläubigen, ich kann die Sorge um die Ansteckungsgefahr aber gut nachvollziehen“, so Jürgen Streuer.

Auch wenn der organisatorische Aufwand gerade für die Open-Air-Veranstaltungen hoch ist, kann sich Streuer vorstellen, dieses Format zusätzlich auch in der Zeit nach der Pandemie anbieten zu wollen. „Die Atmosphäre ist eine andere, und bei vielen kam das gut an“, so sein Fazit.

Im neuen Jahr will er mit seinen Planungen „auf Sicht fahren“, die Ferienprogramm für den Sommer und die Gemeindefahrt ins Altmühltal stehen zumindest auf dem Papier fest. „Wir wollen 2021 wieder eine größtmögliche Normalität hinbekommen“, so Jürgen Streuer. Corona hat Not und Sorgen auch wegen Kurzarbeit oder wirtschaftlicher Existenznot ausgelöst.

Mit Florian Schulz verstärkt ab April ein neuer Pastoralreferent das Seelsorgeteam. In Gelmer startet die Renovierung der Josefskirche. Das Dach wird saniert, eine neue Heizung installiert und ein Gruppenraum eingebaut. Das schon lange leerstehende Pfarrhaus wird abgerissen, dort sollen seniorengerechte Wohnungen entstehen.

„Wir haben im abgelaufenen Jahr trotz Corona viel Menschlichkeit verschenken können. Diesen Schwung sollten wir ins neue Jahr mitnehmen. Die Zusage Gottes, er lebe mit uns, bleibt bestehen. Diese Botschaft ist nicht abhängig von der Pandemie und dem Stattfinden schöner Feste“, so das Fazit von Jürgen Streuer.

Statistik 2020 in St. Petronilla: 41 Taufen, 78 Erstkommunionen, eine Firmung, elf Eheschließungen, 42 Kirchenaustritte, 62 Sterbefälle, drei Übertritte aus der evangelischen Kirchengemeinde.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7751212?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F137%2F
Nachrichten-Ticker