Der Edeka-Lebensmittelmarkt Nientied in Handorf schließt Ende Februar
Abschied nach 63 Jahren

Münster-Handorf -

Nach 63 Jahren am Standort Ludwig-Wolker-Straße schließt Heinrich Nientied Ende Februar seinen Edeka-Lebensmittel-Supermarkt in Handorf. „Wir wären gerne in Handorf mit einer Filiale geblieben, aber es fand sich keine geeignete Fläche“, sagt er.

Montag, 18.01.2021, 18:56 Uhr aktualisiert: 18.01.2021, 19:01 Uhr
Die Körbe bleiben bald leer: Ende Februar schließt Heinrich Nientied (Bild) seinen Supermarkt in Handorf
Die Körbe bleiben bald leer: Ende Februar schließt Heinrich Nientied (Bild) seinen Supermarkt in Handorf Foto: hpe

In gut einem Monat ist für immer Feierabend: Nach 63 Jahren am Standort Ludwig-Wolker-Straße schließt Heinrich Nientied (61) Ende Februar seinen Edeka-Lebensmittel-Supermarkt in Handorf. Alle 25 Mitarbeiter bekommen in den anderen Nientied-Filialen in Münster, Warendorf oder am künftigen Standort Edeka-Marktkauf in Greven einen neuen Arbeitsplatz.

Die Gründe für das Aus nach so langer Zeit liegen weder in der Corona-Pandemie noch am mangelnden Umsatz. Heinrich Nientied: „Mit 480 Quadratmetern Verkaufsfläche ohne Erweiterungsmöglichkeiten ist der Markt als Vollsortimenter für die Zukunft schlichtweg zu klein, deshalb ist der Standort nicht mehr zeitgemäß.“ Kaum Kundenparkplätze und eine schwierige Lkw-Anlieferung in der engen Nebenstraße kommen als Erschwernisse dazu.

In naher Zukunft hätte Nientied eine sechsstellige Summe in eine neue Kältetechnik im Handorfer Markt investieren müssen, das lohne sich aber nicht. Nientied: „Man muss als verantwortungsbewusster Unternehmer auch im Blick auf seine Angestellten sehen, dass am Ende finanziell etwas übrig bleiben muss.“

Die unternehmerische Entscheidung der Schließung sei lange geplant, jetzt werde sie vollzogen. Schließlich gehe es ja auch um die Zukunftsperspektive seiner Söhne, die den Gesamtbetrieb einmal übernehmen sollen. Bedauerlich ist die Situation besonders für die ältere Kundschaft, die den Frischemarkt um die Ecke schätzen. „Unsere Mitarbeiter kennen ja viele Kunden seit Jahrzehnten persönlich und wissen um ihre individuellen Wünsche“, so der Unternehmer und Ur-Handorfer.

„Ich hatte viele und auch gute Gespräch mit der Politik und der Verwaltung. Wir wären gerne in Handorf mit einer Filiale geblieben, aber es fand sich keine geeignete Fläche“, sagt er. Nientied kann angesichts der schwierigen Einzelhandels-Infrastruktur im Stadtteil durchaus nachvollziehen, dass die Schließung seines Marktes ein weiterer Verlust für die Vielfalt der Geschäftswelt vor Ort ist. „Die Entscheidung fällt mir und dem ganzen Team nicht leicht, aber sie ist alternativlos“, so der Lebensmittelhändler.

Zum Portfolio gehören noch die Edeka-Märkte an der Wolbecker Straße und in Nienberge sowie der Marktkauf Warendorf. Dorthin werden auch Ende Februar die dann noch vorhandenen Waren aus dem Handorfer Markt verteilt. „Eine Art Schlussverkauf wird es deshalb nicht geben“, so Nientied. Gern hätte er sich von der treuen Kundschaft nach sechs Jahrzehnten mit einer größeren Veranstaltung am und im Markt verabschiedet, dies sei aber wegen der Corona-Pandemie aktuell nicht möglich.

Noch völlig unklar ist, wie die Geschäftsräume künftig weiter genutzt werden können. „Das ist noch offen, aber eine Nutzung als Ladenlokal dürfte schwierig werden“, so Nientied.

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