Roter Schnee: Ergebnis der Laboruntersuchung
„Keine Auswirkungen auf Mensch und Umwelt“

Münster-Handorf -

Der rötliche Schnee an den Fahrradstraßen Kirschgarten in Handorf sowie am Lindberghweg hatte im Februar für Irritation gesorgt. Jetzt liegt das Ergebnis der Laboruntersuchung vor.

Montag, 08.03.2021, 17:29 Uhr
Roten Schnee gab es in Handorf auf der Fahrradstraße Kirschgarten
Roten Schnee gab es in Handorf auf der Fahrradstraße Kirschgarten Foto: Klimek

Mitte Februar hatte der rötliche Schnee an den Fahrradstraßen Kirschgarten in Handorf sowie am Lindberghweg für Irritation bei den Anliegern gesorgt. Die nun vorliegenden Laborergebnisse bestätigen: „Die Färbung hat keine Auswirkungen auf Mensch und Umwelt“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Münster.

„Wir konnten uns die Rotfärbung nicht direkt erklären. Da aber nur zugelassene Straßenbaustoffe verwendet wurden, hatten wir auch nach Rücksprache mit dem Umweltamt keinen Anlass, von einer konkreten Gefahr auszugehen“, erklärt Dr. Alexander Buttgereit , Abteilungsleiter im Amt für Mobilität und Tiefbau in einer städtischen Pressemitteilung. „Nun liegen die Laborergebnisse vor, und unsere Annahmen werden bestätigt.“

Das Amt für Mobilität und Tiefbau hatte umgehend nach Kenntnis der roten Färbung des Schnees ein Labor beauftragt, um den Schnee sowie das Schmelzwasser näher zu untersuchen. Die Proben der beiden Fahrradstraßen Kirschgarten und Lindberghweg wurden auf die chemische und mineralogische Zusammensetzung bestimmt, heißt es weiter. Die chemische Zusammensetzung der beiden Proben sei dabei fast identisch, zu den Hauptbestandteilen gehörten Sauerstoff, Kohlenstoff und Eisen. Die mineralogische Zusammensetzung zeige, dass neben den gesteinstypischen Mineralien noch Halit (welches als Streusalz eingesetzt wurde) und Hämatit vorkämen. Bei Hämatit handele es sich um Eisenoxid, welches zur Rotfärbung des Asphalts eingesetzt worden sei.

„Das Labor hat dadurch bestätigt, dass die Verfärbung in direktem Zusammenhang mit den eingesetzten Baustoffen steht und keine Gefährdung für Mensch und Umwelt davon ausgeht“, so die Mitteilung der Stadt Münster weiter. Wie kommt es zu diesem Abrieb der Straßenoberfläche? Der Abrieb erfolge durch die Witterung und den Verkehr auf der Straße und zähle zu den üblichen Beanspruchungen eines Asphaltbelages. Dieser sorge insbesondere für die Griffigkeit der Oberfläche. „Abrieb bei Straßenflächen ist ganz normal, einzig die rote Färbung war hier neu. In den Niederlanden ist dies bereits länger bekannt, hier wurde uns mitgeteilt, dass es in den ersten Jahren nach Einbau zu rotem Schnee kommen kann. Das rötliche Erscheinungsbild wird aber immer schwächer. Es war daher sicherlich eine Mischung aus einem extremen Winter und einem brandneuen Asphaltbelag“, erklärt Alexander Buttgereit.

Die beiden Fahrradstraßen wurden erst im Sommer 2020 mittels rotem Asphalt auf den neuen Standard für Fahrradstraßen gesetzt. Dabei sei das Asphaltmischgut von zwei unterschiedlichen Mischwerken geliefert worden. Für den roten Asphalt seien jeweils ein farbloses Bindemittel, dass Rot eingefärbt wurde, und rote Gesteinskörnung verwendet worden. Auf den acht in 2020 umgestalteten Fahrradstraßen wurden unterschiedliche Verfahren zur Rotfärbung verwandt, sodass roter Schnee auf nur wenigen Fahrradstraßen beobachtet werden konnte.

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