Hiltrup
Anschluss verzweifelt gesucht

Freitag, 25.07.2008, 17:07 Uhr

-kvb- Münster-Hiltrup. Da guckt man im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre. Wo in Kürze wieder über tausend Schüler zum täglichen Unterricht ein und aus gehen werden, gucken an vielen Stellen noch einsame Rohre aus nackten Wänden heraus und suchen verzweifelt nach Anschluss. Überall sprießen verloren wirkende Kabel aus Böden und Decken und finden keinen Kontakt. Zwei Wochen vor dem Beginn des neuen Unterrichtsjahres ist das Schulzentrum Wolbeck noch immer eine einzige große Baustelle. Überall wird unüberhörbar und unübersehbar geschraubt, gehämmert, gesägt, gemauert und gestrichen. Gerüste, Betonmischmaschinen, Zementsäcke, Linoleumrollen und ausgehängte Türen machen den Weg durch die Gänge zum Hindernislauf. Es riecht nach Farbe und Baustaub. „Wo die Handwerker fertig sind, folgen sofort die Reinigungskräfte“, berichtet Helmut Weber-Jasinski vom Architektur-Büro Kantorski, das für Planung, Ausführung und Bauleitung verantwortlich ist. Neben dem Neubau eines 400 Quadratmeter großen Erweiterungstraktes für das Gymnasium, mit dem im Dezember vergangenen Jahres begonnen wurde, wird die Aufteilung der Räume in weiten Teilen der drei Schulen, die hier unter einem Dach arbeiten, völlig neu gestaltet. Rund 600 Quadratmeter werden umgebaut und zum Teil ganz neu ausgerüstet.

Kaum zu glauben, aber wahr: „Pünktlich am 11. August wird hier die Schule wieder beginnen“, versichert Weber-Jasinski, betont aber auch, „dass wohl noch bis zum ersten Gong nach den Ferien gearbeitet wird und dann vielleicht noch nicht die letzte Steckdose installiert ist“. Der Zeitrahmen sei nun einmal extrem eng. „Im Winter hatten wir für den Neubau sehr schlechtes Wetter und standen teilweise bis zu den Kniekehlen im Schlamm. Zudem mussten wir vor den Ferien auf den laufenden Unterricht und auf die Abitur-Prüfungen Rücksicht nehmen. Mit dem Umbau der bestehenden Räume konnten wir zudem erst zum Ende des Schuljahres beginnen“, gibt er zu bedenken. Nicht viel Zeit für einen wahren Kraftakt, für den insgesamt rund 1,7 Millionen Euro aufgebracht werden.

Doch alle Mühen und Kosten werden sich für die Schüler und Lehrer aller drei Zweige bezahlt machen, ist Weber-Jasinski überzeugt. Größere Räume haben künftig alle drei Schulen zur Verfügung. So sind an etlichen Stellen zwei kleine „Kammern“ zu einem großen Raum zusammengelegt worden, um sie den Bedürfnissen anzupassen. Im neuen Trakt für das Gymnasium, das nach Osten „wandert“ und Platz für die Realschule und die Hauptschule frei macht, entstehen vier Räume – darunter zwei Chemieräume mit modernster Technik für naturwissenschaftlichen Unterricht. „Die Ansprüche haben sich geändert“, betont der Architekt, und erklärt, „dass hier künftig eine Ausstattung vorhanden ist, mit der man sich wirklich sehen lassen kann“. Nur wenige Schüler teilen sich künftig einen gemeinsamen Arbeitsplatz mit Spülbecken, Strom-, Gas- und Medien-Anschluss. Den Gymnasiasten steht ab dem kommenden Schuljahr zudem ein eigenes Schülerlabor zur Verfügung. „Hier können sie selbstständig forschen und Versuche durchführen, ohne alles nach dem Unterricht abbauen zu müssen“, so Weber-Jasinski.

Noch zwei Wochen, dann können die Nachwuchstüftler loslegen.

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