Hiltrup
Lebensmittel aus der Moschee?

Mittwoch, 27.08.2008, 10:08 Uhr

-gro- Münster-Hiltrup. Lebensmittelausgabe in der Stadthalle und nebenan findet ein Ärztekongress statt? Oder könnte die Moschee der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde an der Hansestraße Raum für eine Ausgabestelle der Münster-Tafel bieten?

Auf der Suche nach alternativen Standorten für die Lebensmittelausgabe durch die Münster-Tafel gibt es derzeit zahlreiche Vorschläge. Auch die Evangelisch-Landeskirchliche Gemeinschaft Münster wird ins Spiel gebracht, die vor einigen Jahren ein Gotteshaus an der Böttcherstraße in Hiltrup-West errichtet hat.

Derweil scheint eine Einigung zwischen den Kirchengemeinden in Hiltrup und der Münster-Tafel in weite Ferne gerückt zu sein. Dabei gibt es offenbar nicht nur einen Konflikt zwischen der Clemens-Gemeinde und der Münster-Tafel. Der evangelischen Christusgemeinde wirft Roland Götz , Vorsitzender der Münster-Tafel, vor, „auf Weisung“ der katholischen Clemensgemeinde zu handeln.

Diesen Vorwurf weist Pfarrerin Beate Bentrop weit von sich. Aber natürlich tausche man zwischen den Kirchengemeinden aus, sagt sie. Die Pfarrerin stellt klar, dass die Ausgabe von Lebensmitteln auch im evangelischen Gemeindehaus nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen könne, da das eigene Gemeindehaus an der Grenze der Auslastung sei.

Maximal einmal in der Woche könne es eine Lebensmittelausgabe für maximal 60 Personen geben, sagt Bentrop. Dazu müsse es eine zweite Ausgabestelle innerhalb Hiltrups geben. Bei der Kooperation mit der Münster-Tafel behält sich die Kirchengemeinde die Leitung der Lebensmittelausgabe vor. „Das war aber auch in der Vergangenheit nie ein Problem.“

Die Frage, wer das Sagen hat, ist im Verhältnis der Münstertafel zur Clemensgemeinde ein umstrittener Punkt. Die Forderung der Kirchengemeinde, die Federführung liege bei der Gemeinde und die Ausgabe der Lebensmittel erfolge durch Personal der Kirche, lehnt Götz komplett ab. Schon in der Vergangenheit nahm er Anstoß daran, dass das Sozialbüro der Pfarrgemeinde Berechtigungsscheine ausgegeben hat, ohne die gar kein Zugang zur Münster-Tafel möglich gewesen sei. So eine Situation wie in Hiltrup habe er bislang noch nie erlebt, sagt Götz.

Wäre die Lebensmittelausgabe in der Ahmadiyya-Moschee eine Alternative? Öffentlich will sich dazu niemand im Stadtbezirk äußern. Doch so abwegig sei diese Idee nicht, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Unter den Klienten von Münster-Tafel seien auch viel Muslime.

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