Hiltrup
Erweiterung für das 37 Grad

Mittwoch, 27.05.2009, 19:05 Uhr

Münster-Hiltrup - Das Kinder-, Jugend- und Begegnungshaus 37 Grad bekommt mehr Platz, um die vieldiskutierten Raumprobleme für den Offenen Ganztag an der benachbarten Ludgerusschule zu lösen.

Das klingt nur im ersten Moment überraschend. Da das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien in beiden Fällen federführend und somit zuständig ist für Jugendheime wie auch für den Offenen Ganztag an den Schulen, wird daraus eine Lösung, die passt und auch zukunftsweisend ist. Das Haus 37 Grad entwickelt sich mehr und mehr zu einem Stadtteilhaus für Hiltrup-West, das allen Generationen offen steht.

Auf den schönen Garten muss das Haus 37 Grad künftig weitgehend verzichten. Ein separater Erweiterungsbau entsteht auf der Grünfläche zwischen der Einrichtung und der Meesenstiege. Ein direkter Anbau wäre bei der preisgekrönten Architektur des Begegnungshauses wohl eine Sünde gewesen. Immerhin 500 000 Euro lässt sich die Stadt diese Erweiterung kosten. Bestritten werden die Mittel aus Geldern des Bundes (Konjunkturprogramm II).

In dem eingeschossigen Solitärbau entsteht eine pädagogisch nutzbare Fläche von 190 Quadratmetern, die auf mehrere Räume aufgeteilt wird. Damit wird das Haus 37 Grad, das im Januar 2005 in Betrieb gegangen ist und bislang über 380 Quadratmeter verfügte, um 50 Prozent vergrößert.

Diese neuen Räume werden von der Ludgerusschule genutzt. Ab dem kommenden Schuljahr werden voraussichtlich drei Betreuungsgruppen für die vermutlich 84 Kinder eingerichtet, die für den Offenen Ganztag angemeldet worden sind. Schon bislang wird das Haus 37 Grad für den Offenen Ganztag der Schule mitgenutzt. Das Forum mit 85 Quadratmetern sowie drei Gruppenräume stehen dafür zur Verfügung.

Wie die Verwaltung ausdrücklich schreibt, leide unter dieser Mehrfachnutzung der Einrichtung die offene Kinder- und Jugendarbeit der Einrichtung. Spezielle Räume für den offenen Jugendtreff, aber auch spezielle Jungen- und Mädchenräume gebe es nicht. Auch das Familienzentrum Hiltrup-West, das in der benachbarten Kindertagesstätte untergebracht sei, leide mit seinen familienpädagogischen Angeboten (Eltern-Kind-Kurse, Sprachkurse für Eltern und Kinder) unter den beengten Räumlichkeiten.

Der Raumbedarf der Jugendeinrichtung wird von der Verwaltung auch mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung in Hiltrup-West unterstrichen. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahre werden bis zum Jahr 2015 auf rund 2300 ansteigen.

An der Ludgerusschule ist es jetzt definitiv, dass die drei alten Containerklassen abgerissen werden. Dafür bekommt die Schule einen neuen Containerraum, über dessen Nutzung sie frei verfügen kann. Die vier Containerklassen aus dem Jahr 2001 sollen stehen bleiben.

Erstmals bekannt wird jetzt auch das wahre Alter der alten Containerklassen, die 1984 an der Ludgerusschule aufgestellt wurden: Sie stammen bereits aus dem Jahr 1974, waren vorher anderswo im Einsatz und haben nach 35 Jahren ausgedient. Kaum etwas ist so haltbar wie ein Provisorium . . .

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