Hiltrup
Voll auf der Retrowelle

Sonntag, 21.06.2009, 09:06 Uhr

Münster-Hiltrup - Neben Andy Warhol ist Roy Lichtenstein zweifellos der bekannteste Vertreter der Pop-Art.Bei ihm hatten die schönen Frauen, die er in seinen großformatigen Bildern abgebildet hatte, nichts zu lachen. Häufig zeichnete Lichtenstein sie mit Tränen in den Augen. Verlassen von ihrem Liebhaber.

40 Jahre später sind die Rollen vertauscht. Jetzt sind es die Frauen, die aktiv sind, eine Beziehung beenden, einfach Schluss machen und junge Männer mit ihren Tränen allein zurücklassen. „Wir haben die Rollen einfach umgedreht“, erzählen Kerstin Hörsken und Yvonne Wieger selbstbewusst, wie sie Bilder von Roy Lichtenstein in die heutige Zeit weiterentwickelt haben.

„Retro-Pop“ heißt das Projekt, das der Kunst-Grundkurs der Jahrgangsstufe zwölf unter Leitung von Michael Rickert eindrucksvoll umgesetzt hat. Es ist ein besonderer Kurs: Er steht für Frauen-Power pur. „Mein erster Kurs mit ausschließlich Schülerinnen“, berichtet Rickert.

Acht großformatige Bilder haben die 16 Schülerinnen erstellt. Sie sorgen für einen Tapetenwechsel im Neubautrakt des KvG: Die Bilder, die dort jetzt Platz machen mussten, stammten aus den 1980er Jahren.

Frische leuchtende Farben und plakative Gestaltung: Die Retro-Pop-Kunstwerke verbreiten gute Stimmung. Jessica Grud und Sarah Meeßen haben sich an Andy Warhol orientiert und eine bunte Reihe von i-Pods gemalt. Als Zeichen des Konsums, wie sie sagen. Eine schöne Variation zu den Marilyn Monroe, die weltbekannt sind oder auch zu den gekonnten Kardinal-von-Galen-Bildern im Pop-Art-Stil, die Schüler vor ihnen gemalt hatten. Die spielerische Leichtigkeit eines Comic verrät die Arbeit von Melanie Thier und Lina Pape, die Bezug nimmt zu den schrecklichen Ereignissen am 11. September.

Jasper Jones Arbeit „Die Zielscheibe“ greifen Friederike Hilgenhöner und Christina Abbenhaus auf, um sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen. James Rosenquist hat ebenfalls nachhaltigen Einfluss ausgeübt, ist mehrfach vertreten. Einmal mit dem gewöhnungsbedürftigen Motiv: Aus dem Hals von US-Präsident Barack Obama wächst eine Hand, die Geldscheine entgegennimmt.

Allesamt tolle Arbeiten, lobt Kunsterzieher Rickert. Einen guten Anteil daran habe der Designer Ralf Metzenmacher, der die Sportmarke Puma zur Sports-Lifestyle-Marke verholfen hat. Metzenmacher habe den Kunstkurs mächtig aufgemischt, erzählt Rickert. Allein mit seinem PS-starken Aston Martin habe er zutiefst Eindruck geschunden.

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