Hiltrup
Das ist der „Gummistiefel-Reggae“

Montag, 16.11.2009, 18:11 Uhr

Münster-Hiltrup - Eingefleischte Fans saßen im Publikum. Sie forderten gegen Ende des Konzerts lautstark ihre persönlichen Lieblingslieder ein. Den „ Gummibaum “ etwa. Vom letzten Album „Schenken“. „ maybebop “ gab der lautstarken Forderung nach und läutete mit „Gummibaum“ die Weihnachtszeit in der Stadthalle Hiltrup ein.

Viele der Konzertbesucher in der nicht ganz ausverkauften Halle sangen mit. Bei etlichen Zuhörern im größtenteils jungen Auditorium saß hierbei jede Zeile. Sie stimmten mit ein in den Weihnachts-Klassiker von „maybebop“, in dem sich die vier Sänger auf amüsante Weise mit dem Sinn des Weihnachtsfests, dem ganzen Drumherum, das sich rund um den im Songtext als „mit viel Lametta sieht er aus wie Silbertraum“ aufs Korn genommenen Weihnachtsbaum abspielt, und dem schwierigen Thema Integration auseinander setzen.

Doch auch die Stücke von ihrem aktuellen Album „Endlich Authentisch!“, mit dem sie den Großteil des Konzerts bestritten, trafen den Nerv. Schließlich blieben sie auch hier ihren Markenzeichen treu: erstklassiger A-Cappella-Gesang, Texte mit Witz, Charme, Selbstironie und Hintersinn, gepaart mit den Stücken angepassten Choreographien sowie einen Schuss Schauspielkunst und als Bonbon ein wenig Improvisation.

Aber auch bei den Coversongs konnten sie die ganze Bandbreite ihres sängerischen Könnens unter Beweis stellen: Ihre Version von Rammsteins „Engel“ kam ebenso gut an wie Bill Withers ´ “Just the Two of Us“ oder Billy Joe Blythes „Will You Be My Bodyguard?“. Grandios, wie sie in den mit einem Grammy prämierten Withers-Hit ein Rap-Intermezzo einbauten.

Gekonnt stimmten die vier Sänger, die zwischen 29 und 36 Jahren alt sind, zudem ihre (vermeintlichen) Lieblingslieder aus ihrer Jugend und Kindheit an. Dabei offenbarten sie mit Begeisterung die eine oder andere Geschmacksverfehlung wie etwa im Falle von David Hasselhoffs „Looking for Freedom“.

Das machte den im Publikum sitzenden Zuhörern ihres Alters so gar nichts aus: Bot der Hit-Mix aus 70er-, 80er- und 90er-Jahre-Titeln wie Haddaways „What Is Love“ oder Harpos „Moviestar“ doch eine gute Gelegenheit, sich in die eigene Kindheit und Jugend zurückversetzt zu fühlen. Und ein Stück weit über die eigenen Geschmacksverfehlungen zu lachen.

Richtig gelungen war zudem die Improvisations-Einlage des Quartetts. Sie forderten das Publikum auf, einen Musikstil und ein Wort vorzugeben, so dass sie anschließend spontan ein entsprechendes Lied zum Besten geben konnten. Auch wenn die Kombination „Punkrock“ und „Schweinegrippe“ gefordert wurde, verlegten sich die Vier auf eine Ode an „Metall“ sowie eine Reggae-Nummer über „Gummistiefel“. Famos.

„maybebop“ hinterließ begeisterte Fans. Und das Quartett hat in Hiltrup bei seinem zweiten Auftritt sicherlich noch weitere hinzugewonnen.

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