Hiltrup
Bahnhofs-Tohuwabohu

Samstag, 06.03.2010, 12:03 Uhr

Münster-Hiltrup - Eine Sitzung in Harmonie endete mit einem Paukenschlag. Unter Punkt Verschiedenes kam das Thema Bahnhof zur Sprache, und SPD-Fraktionschef Hermann Geusendam-Wode fand deutliche Worte: „Wenn wir gegen die CDU für die Sanierung des Bahnhofes stimmen müssen, dann werden wir es machen.“ Mit der vielbeschworenen Gemeinsamkeit ist es nicht mehr weit her. Zugleich fürchtet die Bezirksvertretung immer mehr ins Hintertreffen geraten, nachdem bereits Anträge von zwei Ratsmitgliedern vorliegen.

Es war Josef Alichmann (CDU), der ein klärendes Wort der SPD wünschte zu den Vorstellungen, die SPD-Ratsherr Karl-Heinz Winter in einem Ratsantrag geäußert hatte. Alichmann sagte dabei auch, was er von den Vorstellungen der SPD hält: „Das ist nicht das Konzept, das wir im Ältestenrat beschlossen haben.“

Es habe weitere Diskussionen in der Ratsfraktion gegeben, räumte daraufhin Geu­sendam-Wode ein, ohne jedoch inhaltlich konkret zu werden. Nur so viel: Eine „große Verschiebung“ könne er jedoch nicht erkennen. „Warten wir mal ab“, wiegelte Geusendam-Wode ab, ehe er später im weiteren Diskussionsverlauf klarstellte, die SPD werde beim Bahnhof womöglich gegen die CDU stimmen. Zuvor hatte Alichmann betont, die CDU lege Wert auf eine „wirtschaftliche Lösung“.

Man möge doch bitte auf die Ratsherren einwirken, appellierte Alichmann zudem an die Geschlossenheit, damit das umgesetzt werde, was vom Ältestenrat beschlossen wurde. Den Ratsmitgliedern warf Alichmann sogar ausdrücklich vor, sich profilieren zu wollen.

„Das ist gar nicht mal auf die SPD allein bezogen“, fügte er hinzu. Demnach richtete sich seine Kritik auch gegen seinen eigenen Parteifreund Jürgen Ohm, dessen Antrag zum Bahnhof Hiltrup auch die Anregung eines Workshops für das unmittelbare Bahnhofsumfeld umfasst.

Ulrich Eckervogt (FDP) mahnte zur Eile, weil man aufpassen müsse „dass uns die Ratsanträge nicht überholen“. Ganz entspannt konnte Carsten Peters (Grüne) diese Debatte verfolgen, denn er sitzt bekanntlich im Rat wie auch in der Bezirksvertretung Hiltrup. Man solle nicht versuchen, Gegensätze zu konstruieren, meinte er. Erst einmal solle man die Kostenaufstellung abwarten. „Ohne Kostenaufstellung wird kein Rat entscheiden.“ Peters erinnerte daran, dass neben der finanziellen Seite die jugendpolitischen Aspekte bedacht werden müssten.

Eine Kostenaufstellung ist aktuell noch nicht zu erwarten. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt berichtete, dass Klemens Nottenkemper, der Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau ihm jetzt signalisierte habe, er brauche mindestens noch zwei Wochen, um die Kosten für den Bahnhofsumbau zu ermitteln.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/338952?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F138%2F598162%2F598207%2F
Internationaler Geldwäsche-Ring vor Gericht - Hauptbeschuldigter aus Münster
Prozess in Paris: Internationaler Geldwäsche-Ring vor Gericht - Hauptbeschuldigter aus Münster
Nachrichten-Ticker