Hiltrup
„Der OB duckt sich weg“

Donnerstag, 18.03.2010, 18:03 Uhr

Münster-Hiltrup - Jetzt endlich liegt der Bahnhof da, wo er politisch hingehört: Im Zuständigkeitsbereich des Rates (und nicht der Bezirksvertretung). Für die politische Auseinandersetzung heißt das, dass der Ton rauer wird. Ein paar Kostproben gab es gestern bei der gemeinsamen Pressekonferenz von SPD , Grünen und Links-Partei.

Zehn Jahre lang habe die Verwaltung und die CDU-Mehrheit im Rat die Hiltruper Bahnhofsruine verkommen lassen, wettert SPD-Ratsmitglied Karl-Heinz-Winter. Auch jetzt habe sich wenig geändert, ergänzt Hubertus Zdebel (Die Linke): „Die CDU eiert ganz deutlich.“

Im Duett nehmen SPD und Linkspartei dann Oberbürgermeister Markus Lewe in die Zange. „Was macht eigentlich der OB in dieser Debatte? Er hat sich völlig weggeduckt“, reitet Zdebel die nächste Attacke. Winter erinnert daran, dass der Oberbürgermeister vor der Wahl den Hiltruper Bahnhof zur Chefsache erklärt und millionenschwere Investitionen versprochen habe. Daran solle Lewe sich erinnern. „Das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit“, betont Winter. Zdebel hofft, dass Lewe die CDU dazu bringen könne, dass die Christdemokraten „klare Farbe“ bekennt.

Den Bahnhof wollen die drei Parteien der Bahnhofskoalition als Denkmal erhalten und zudem dem Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) eine neue Heimat verschaffen. Der Antrag der CDU sei zu allgemein gefasst, meint die SPD. Winter spricht von einer „Nebelkerze ersten Ranges“. Das Papier enthalte nur „eine unverbindliche Bitte an die Verwaltung“, die Sanierungskosten zu ermitteln, und lege zu sehr den Schwerpunkt auf ein „Werkstattgespräch“. Die CDU halte sich einiges offen, vermutet Carsten Peters (Grüne).

Auf der SPD-Homepage jubelte der Hiltruper Sozialdemokraten, Henning Klare, nach dem Pressegespräch: „Drei Mann, ein Wort: Karl-Heinz Winter, Carsten Peters und Hubertus Zdebel kamen nach Hiltrup , um Ernst zu machen.“

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