Gedenkgottesdienst
Ein Kelch als Zeugnis

Münster-Hiltrup -

Gottesdienst in St. Clemens zum Gedenken an den Tod von Kaplan Bernhard Poether vor 70 Jahren im KZ Dachau.

Montag, 06.08.2012, 08:08 Uhr

Gedenkgottesdienst : Ein Kelch als Zeugnis
Etliche Besucher des Gedenkgottesdienstes für Kaplan Bernhard Poether nutzten die Gelegenheit, sich dessen Kelch von Ewald Spieker erklären zu lassen. Foto: anh

Einen Gedenkgottesdienst für den am 5. August 1942 im Konzentrationslager Dachau an Erschöpfung verstorbenen Kaplan Bernhard Poether begingen viele Gläubige am gestrigen Sonntag in St. Clemens . Die Messe zelebrierten Pfarrer Bernd Haane und Ewald Spieker .

„Wir haben nicht viel Überliefertes von Poether, keine Bücher oder Schriften, nur einige Notizen, aber wir haben seinen Kelch , der dort auf dem Tisch in der Mitte steht“, eröffnete Spieker den Gottesdienst. Poether hatte seine Primiz 1932 in St. Clemens in Hiltrup gefeiert, ging dann als Kaplan nach Südkirchen und Gelsenkirchen-Buer, widmete sich schließlich der Jugend- und Polenseelsorge im Ruhrgebiet. Den wenig angesehenen „Ruhrpolen“ habe er sich ganz gewidmet, so Spieker, das sei ihm im Nationalsozialismus auch zum Verhängnis geworden.

Poether sei „ein Mensch wie du und ich gewesen, ohne große Auffälligkeiten“, so Spieker. An ihm habe man sich „reiben können“, er habe Natur und Kunst geliebt und „eine große Liebe zu Gott gehabt“. Er habe sich den Bedrängten und Verfolgten gewidmet.

Die Gläubigen seien als Kirche eine Gemeinschaft der Erinnerung. Man wolle daher auch den Heiligen nahe sein und den Märtyrern. Als einen solchen könne man Bernhard Poether sehen. Seine Urne war 1984 vom Alten Friedhof Hiltrup in den Seitenaltar der St. Clemens-Kirche umgebettet worden.

Pfarrer Haane lud dazu ein, sich „diesen Kelch, dieses Zeugnis genau anzusehen“. Genau ein Jahr zuvor, 2011, war im Seitenschiff eine Gedenktafel eingeweiht worden. Der Vorsatz, das Leben Poethers in die Firmvorbereitung einzubringen, sei bereits begonnen worden. Zwei Abende mit den Firmlingen seien damit gestaltet worden. „Das kann sich weiter entwickeln“, erklärte Spieker.

Am zweiten Weihnachtstag feiert in St. Clemens Bischof Felix Genn in einem Festgottesdienst den Jahrestag der 80. Heimatprimiz von Bernhard Poether. Er war am 17. Dezember 1932 im Paulusdom zu Münster zum Priester geweiht worden.

Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr.

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