Film-Dokumentation über Laubfrösche
Premierenfeier im alten Speicher

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Der Regisseur und Naturschützer präsentierten im alten Fachwerkspeicher eine Film-Dokumentation zum bedrohten Laubfrosch. Warum hier? Weil im Film Experten vor Ort zu Wort kommen.

Sonntag, 02.06.2013, 06:06 Uhr

Zur Premiere des Films „Ein König sucht sein Reich“ lud die Nabu-Naturschutzstation in den alten Fachwerkspeicher ein: Arno Geiger (v. l.), Christian Göckung, Herbert Ostwald, Thomas Lange und Dr. Ralf Klötzer.
Zur Premiere des Films „Ein König sucht sein Reich“ lud die Nabu-Naturschutzstation in den alten Fachwerkspeicher ein: Arno Geiger (v. l.), Christian Göckung, Herbert Ostwald, Thomas Lange und Dr. Ralf Klötzer. Foto: hk

Die knallgrüne Farbe, der anmutige Blick und das scheinbar ewige Grinsen lassen den Laubfrosch sympathisch erscheinen. Nicht umsonst ist der daumengroße Wicht ein guter Werbeträger.

Nicht immer ging es dem grünen Springer so gut wie heute. Dass der Laubfrosch wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt ist, verdankt er auch der Zusammenarbeit zwischen den ehrenamtlichen Naturschützern des Naturschutzbundes Nabu und den Hauptamtlichen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) und Thomas Lange vom Stadtdezernat 33. Denn das war nicht immer so. Die Erkenntnis, dass Naturschutz nur in einem gemeinsamen Engagement zu einem Erfolg führt, haben beide Seiten erkannt.

Lokale Akteure hatten Anteil

Das Projekt „Laubfrosch“ nahmen die Verantwortlichen der Nabu-Naturschutzstation Münsterland und Vorstandsmitglied der Hötte-Stiftung, Dr. Ralf Klötzer, zum Anlass, ein „Premieren-Public Viewing“ mit den Akteuren und Naturschützern der WDR-Reihe „Abenteuer Erde“ im alten Fachwerkspeicher auf Haus Heidhorn zu veranstalten. Schließlich hat Laubfroschschützer und -experte Christian Göcking einen großen Anteil an dem Projekt „Ein König sucht sein Reich“, das im Jahr 1997 startete und seit etwa zehn Jahren mit Landesmitteln unterstützt wird.

„Ich wollte einen Film machen, bei dem auch die Akteure zu Wort kommen,“ schilderte der bekannte Biologe und Regisseur Herbert Ostwald. „Wir erzählen, dass sich Leute kümmern.“

Mit ins Boot holten sie Elmar Meier, Nabu Coesfeld, Hans Glader, Biologische Station Wesel und Arno Geiger vom Lanuv. Sie erläuterten, wie wichtig eine intakte Vernetzung der Laichgewässer ist, damit sich die Kaulquappen zu dem beliebten grünen Däumling entwickeln können. Wenig Lebensraum ist ihm in der ausgeräumten Agrarlandschaft geblieben. Um so wichtiger sind die mit Brombeerbüschen bestückten Ackerrandstreifen, die dem kleinen Sympathieträger Schutz und Nahrung geben.

Verlust von Kleingewässern

„Wir haben seit 1977 einen 80-prozentigen Verlust von Kleingewässern“, schildert Thomas Lange die derzeitige Situation. Zunehmend würde der Staat deswegen Flächen für den Naturschutz ankaufen, um nicht nur den Amphibien ihren Lebensraum zurückzugeben, sondern einer ganzen Lebensgemeinschaft.

Mittlerweile sind im Münsterland 12 000 Hektar in das Feuchtwiesenschutzprogramm eingebunden, rund 200 Gewässer im Raum Münster-Warendorf wurden neu angelegt oder optimiert.

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