Exkursion am Emmerbach
Naturparadies vor der Haustür

Münster-Hiltrup -

Was ist der beste Schutz gegen Hochwasser? Fachleute müssen nicht lange überlegen: Wenn der Fluss sich in die Breite ausdehnen kann. Breitwasser statt Hochwasser wie am renaturierten Emmerbach in Hiltrup-Ost.

Dienstag, 09.07.2013, 12:07 Uhr

Zum Emmerbach führte eine Exkursion mit dem Nabu. Dr. Thomas Hövelmann (2.vl.) leitete die Exkursion. Franz Gehlen (l.) aus der Gruppe der Bachparten holte Steine aus dem kleinen Fluss, um die Artenvielfalt aufzuzeigen.
Zum Emmerbach führte eine Exkursion mit dem Nabu. Dr. Thomas Hövelmann (2.vl.) leitete die Exkursion. Franz Gehlen (l.) aus der Gruppe der Bachparten holte Steine aus dem kleinen Fluss, um die Artenvielfalt aufzuzeigen. Foto: gro

Renaturierung meint die Befreiung aus den alten Begradigungen, aus dem Korsett, in das man den Emmerbach einst gezwängt hat. Der Emmerbach sei ein „Paradebeispiel“ für eine gelungene Renaturierung, lobte Dr. Thomas Hövelmann vom Nabu jetzt die Arbeit der Stadt Münster und den sogenannten Bachparten der evangelischen Kirchengemeinde und Fritz Siegert , die regelmäßig ein Auge auf den Emmerbach werfen und aktiv mit anfassen, damit der Bereich in Nachbarschaft des nach dem kleinen Flüsschen benannten Wohngebiets in Hiltrup-Ost ein Wohlfühlgebiet vor der Haustür bleibt.

20 Kilometer fließt der Emmerbach durch das Münsterland, er entspringt bei Werne und mündet nicht unweit von Hiltrup in die Werse. Am schönsten sei er in Hiltrup-Ost, hier sei auch die Artenvielfalt am größten, wissen Naturschützer. An seinem Ufer wachsen Erlen und Weiden, Orchideen findet man hier ebenso wie Teichrosen, Schwanenblumen, Wald- wie auch Sumpfziest, auch Baldrian ist hier anzutreffen.

Unmittelbar an das Überschwemmungsgebiet des Emmerbaches schließt sich in Richtung Wohnsiedlung eine 26 000 Quadratmeter große Wiese, die lediglich einmal im Jahr gemäht wird. Es ist einen blütenreiche Wiese mit 22 verschiedenen Grasarten. „So etwas findet man nur noch in Artenschutzgebieten“, freut sich Hövelmann.

Auch die Tierwelt ist höchst vielfältig rund um den Emmerbach. 15 Fischarten hat Fritz Siegert gezählt. Libellen und auch Eisvögel sind hier regelmäßig anzutreffen.

Um das kleine Naturparadies zu bewahren, braucht die kleine Gruppe um Fritz Siegert, die sich bereits seit 1998 um den Emmerbach kümmert, dringend Verstärkung. Interessenten melden sich bei dem Leiter der Gruppe oder bei der Naturschutzstation Münsterland auf Gut Heidhorn. Der Nabu hat – wie berichtet – im Frühjahr die Betreuung der insgesamt 22 Bachpatengruppen in Münster übernommen.

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