Maybebop gastieren mit ihrem neuen Programm
Die Bebop-Butzemänner

Münster-Hiltrup -

Sogar der Hausmeister stahlt: „Volles Haus heute!“ Dann ist er doch ehrlich. „Knapp unter 500 sind es“, sagt er. „Aber 500 klingt besser.“ Vorne im Kassenbereich strahlen die Mitarbeiter der Kulturbühne um die Wette. Selbst die vier Sänger trällern, ehe sie den ersten Schritt auf die Bühne getan haben: „Wir spielen heut’ in Hiltrup – vor vollem Haus.“ Doch das tun sie derzeit wohl überall, wo sie auftreten. Maybebop schwimmen auf einer Erfolgswelle.

Montag, 16.09.2013, 17:09 Uhr

Sie treiben es bunt: Die vierköpfige A Cappella-Gruppe Maybebop gastierte am Sonntagabend mit ihrem neuen Programm „Weniger ist mehr“ in der Stadthalle Hiltrup und sorgte für ein volles Haus.
Sie treiben es bunt: Die vierköpfige A Cappella-Gruppe Maybebop gastierte am Sonntagabend mit ihrem neuen Programm „Weniger ist mehr“ in der Stadthalle Hiltrup und sorgte für ein volles Haus. Foto: gro

Vor gut einem Monat haben sie ihr neues Album „Weniger ist mehr“ veröffentlicht. Der Song „Im Moment ist alles richtig“ geht gut ins Ohr, ist radiotauglich und sagt eigentlich alles. Das Management zieht alle Register, um die Jungs bestmöglich zu vermarkten. Im zehnten Jahr ihres Bestehens läuft es für Maybebop um den musikalischen Kopf Oliver Gries rund. Das Image eines Geheimtipps für Freunde des gepflegten A-Cappella-Sounds dürften sie endlich abgelegt haben.

Und die Welt ist bunt und heiter. In ihren quietschbunten Klamotten wirken die vier Sänger wie modebewusste schräge Vögel. Man kann es mögen oder auch nicht. Sie werden bejubelt, verrissen, angebetet und verspottet. Sie sind Könner ihres Faches, das kann ihnen keiner absprechen. Sie können singen, sie haben Witz und kommen frisch daher.

Sie sind Lautmaler und Wortakrobaten. Freilich tragen sie bisweilen zu dick auf. Etwa wenn bei einer Ballade rote Lampen die Bühne in tiefes Rot tauchen und Zeilen wie diese erklingen: „So bin ich wie ein Wort ohne Sinn, wenn ich nicht bei dir bin.“

Vielleicht war auch das wiederum nur ironisch gemeint, wie es sie so gerne machen. Etwa wenn sie den intellektuellen Liedermacher imitieren und über „sehr brüderliche Stimmung“ feixen. Oder wenn sie auf jung machen und als Rapper jugendaffin den Deppen geben.

In der Stadthalle haben sich die eingefleischten Fans versammelt, die dafür auch gerne weitere Wege in Kauf nehmen. Mehr als 300 Karten seien im Internet gebucht worden, sagt die Kulturbühne . Rund 140 gingen im Infopunkt in Hiltrup über die Landetheke.

Mit Applaus wird auch nicht gespart, als der Musikstudent Manuel die Bühne entert. Maybebop bietet über das Internet an, dass ihre Fans mit ihnen zusammen singen. Manuel, der in Detmold an der Musikhochschule studiert, hat sich den Bebop-Butzemann vorgenommen. „Ein schwieriges Stück“, meint Oliver Gries, ehe er den Platz für den Gast räumt.

Der singt zusammen mit Sebastian Schröder , Jan Malte Bürger und Lukas Teskel jedoch so gekonnt, dass Oliver Gries nicht umhinkommt, ihn als „Rampensau“ zu adeln. Und einer der anderen drei Sänger meint doch glatt: „Wenn Oliver mal nicht kann ...“

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