Leihgabe des Bistums:
„Wie zwei Geschwister“

Münster-Hiltrup -

Kaplan Bernhard Poether und Dr. Ludwig Klockenbusch waren enge Studienfreunde. Beide Priester ließen ihre Kelche beim Künstler Hein Wimmer anfertigen. Nun hat Bischof Dr. Felix Genn der Pfarrgemeinde St. Clemens den Kelch von Dr. Ludwig Klockenbusch dauerhaft ausgeliehen.

Mittwoch, 05.03.2014, 10:03 Uhr

Die beiden Kelche von Bernhard Poether (r.) und seinem Studienfreund Dr. Ludwig Klockenbusch.
Die beiden Kelche von Bernhard Poether (r.) und seinem Studienfreund Dr. Ludwig Klockenbusch. Foto: gro

Große Ehre und ein deutlicher Vertrauensbeweis: Bischof Dr. Felix Genn hat der Pfarrgemeinde St. Clemens den Kelch von Dr. Ludwig Klockenbusch dauerhaft ausgeliehen.

Klockenbusch war der engste Studienfreund von Kaplan Bernhard Poether, der in Hiltrup aufgewachsen und 1942 im Konzentrationslager Dachau an den Folgen der Haft und an Erschöpfung gestorben ist. Noch 1939 hat Klockenbusch Poether im Gefängnis in Bottrop besucht.

Die Clemens-Gemeinde etabliert sich somit immer mehr zu einem Zentrum des Gedenkens an Bernhard Poe­ther . Die Leihgabe hat einen konkreten Hintergrund: Beide Priester, die gemeinsam am 17. Dezember 1932 im Dom zu Münster geweiht wurden, ließen ihre Kelche beim bekannten Kölner Künstler Hein Wimmer anfertigen.

„Die beiden Kelche haben sehr viele Ähnlichkeiten. Sie sind wie zwei Geschwister", sagt Pfarrer Ewald Spieker, Sprecher des Bernhard-Poether-Arbeitskreises, im Gespräch mit den WN und ergänzt: „Und trotzdem sind beide sehr individuell gestaltet.“

Noch heute wirken beide Kelche modern. Poether, der seine priesterliche Aufgabe in der Missionierung in den slawischen Ländern gesehen hatte und von Bischof Galen in der Polenseelsorge im Ruhrgebiet eingesetzt wurde, hat seinem Kelch einen ausgesprochen programmatischen Charakter verliehen. Der Fuß des Kelches zeigt das russische Kreuz mit der Dornenkrone und den Marterwerkzeugen, dazu die beiden Apostel der Slawen, Methodius und Kyrill, sowie zwei Wahlsprüche in kyrillischer Schrift.

„Die Vision von Bernhard Poether steckt in seinem Kelch“, hat Pfarrer Spieker mehrfach betont. Im Unterschied dazu hat sich Klockenbusch auf ein einziges Motiv beschränkt. „Klockenbusch ist der Künstler“, sagt Spieker über den langjährigen Leiter der Kunstkommission des Bistums Münster. „Es ist jetzt Aufgabe der Gemeinde zu schauen, wie sie mit dem Kelch umgeht“. Diese Frage werde gemeinsam mit dem neuen Pfarrer zu lösen sein, sagt Spieker, wenn dieser in St. Clemens angekommen sei.

Zum Thema

Bereits am 13. März (Donnerstag) wird Prof. Dr. Thomas Sternberg über die beiden Kelche von Poether und Klockenbusch sprechen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der St.-Clemens-Kirche.

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