Trio begeistert im voll besetzten Museum Hiltrup / Bravissimo und stehender Applaus
Lieder-Leben aus nächster Nähe

Münster-Hiltrup -

Diese Sänger wollten „unsere Gefühle an Euch schicken“ – kein selbstverständliches Unterfangen. Beim Liederabend im Museum Hiltrup traten am Samstag Sebastiano Lo Medico (Tenor) und Makiko Tanaka (Sopran) auf die kleine Bühne, verstärkt durch den Bass-Bariton Kyongmo Seong sowie Juhee Lee am Klavier.

Sonntag, 06.04.2014, 18:04 Uhr

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O Foto: anh

Es werde in stehendem Beifall enden, weissagte Karl Franke von der Kulturbühne in der Stadtteil-Offensive Hiltrup . Seinen Beziehungen verdankten die Gäste das Erscheinen der vier Künstler.

Die Freude am Gesang vor Gästen stand Medico ins Gesicht geschrieben. Temperamentvoll führte er ins Programm ein, um sogleich mit Tanaka Verdis Trinklied aus „La Traviata“ zu bieten – da gab es nicht nur Applaus, sondern schon erste begeisterte Rufe.

Daraus wurden Bravo und Bravissimo, zum Finale hin Mitklatschen und -Singen („Hei, heute morgen mach‘ ich Hochzeit “) – und Applaus im Stehen gleich mehrfach. Auch bei den Zugaben, nicht nur bei Medicos „Nessun dorma“.

Das Rezept dazu umfasste neben den professionellen Stimmen und freundlichem Auftreten Lieder und Arien. Gern schauspielern die drei Sänger nach Opernart – da lassen sich Rosen verteilen an Hiltruper Gentlemen oder Damen, da kann Medico von Liebe überwältigt zu Boden gehen. All das ist im Museum aus nächster Nähe zu erleben, bei Donizetti und Lehár, Strauss und Brahms sowie Bizet, Puccini und Kalman. Mit in die Pause nahmen die Gäste ein fulminantes Duett aus Smetanas „Die verkaufte Braut“: „Denn wer liebt ist reich genug“.

Seongs gediegener Bariton glänzte bei der ernsten Élégie oder Schumanns „Die beiden Grenadiere“ ebenso wie in der Rolle des Papageno. Er erntete ein mehrfaches Bravo. Tanaka gleich darauf nach „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ das Bravissimo. Tanaka und Medico studierten beide unter anderem an der Musikhochschule in Münster , sind als Paar viel auf Reisen bis in Tanakas Heimatstadt Yokohama unterwegs und suchen sich jeweils weitere Musiker. Sie träten überall auf, meint der Sizilianer in der Pause, da seien sie „verrückt im positiven Sinne“.

Im November 2013 gewannen die beiden ein Stipendium des Richard- Wagner-Verbandes Dortmund, und sie reisen im Sommer zu den Bayreuther Festspielen.

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