Kant-Gymnasium: Projekttag mit der Polizei
Was tun, wenn es kracht?

Münster-Hiltrup -

Ein lauter Knall erschüttert die Luft vor der medizinischen Fakultät an der Domagkstraße. Auf dem Boden liegt bewusstlos eine junge Frau, eingeklemmt unter ihrem Fahrrad. Sie wurde angefahren. Der Fahrer des Autos ist offenbar angetrunken. Was tun?

Montag, 09.06.2014, 17:06 Uhr

Echte Polizei, falsches Blut: Bei einem Projekttag vor der medizinischen Fakultät, erlebten Schüler wie verheerend Verkehrsunfälle sein können. Und sie trainierten mit der Polizei, was als Ersthelfer zu tun ist.
Echte Polizei, falsches Blut: Bei einem Projekttag vor der medizinischen Fakultät, erlebten Schüler wie verheerend Verkehrsunfälle sein können. Und sie trainierten mit der Polizei, was als Ersthelfer zu tun ist. Foto: jsp

Das war auch die Frage des leitenden Polizeidirektors Udo Weiss an die Oberstufenschüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums. Bei dem Unfall handelte es sich glücklicherweise nur um eine Simulation und die Betroffenen sind lediglich Schauspieler. Doch was hier nur gespielt wird, ist für die Polizeidirektion Verkehr fast schon bitterer Alltag.

Besonders Jugendliche sind oft in Unfälle verstrickt: „Gerade junge Erwachsene in der Altersgruppe der 18 bis 24-Jährigen stellen aus Sicht der Verkehrssicherheit eine Risikogruppe dar“, heißt es in der Broschüre zum Projekt, das den Namen „Verantwortung und Emotion“ trägt. Denn darum geht es den Verantwortlichen um Udo Weiss. „Wir wollen die Jugendlichen nicht nur sachlich, sondern vor allem emotional erreichen. Die emotionale Hälfte des Gehirns ist im Alter von 18 bis 25 viel weiter entwickelt, als die sachliche, verstandesmäßige Hälfte“, so Weiss. „Wir reden nicht nur über Verkehrsunfälle, sondern konfrontieren die Schüler mit den Folgen.“

Was tun, wenn es kracht?

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  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp
  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp
  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp
  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp
  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp
  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp
  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp
  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp
  • Die Polizei simulierte vor der medizinischen Fakultät einen Fahrradunfall. Schüler vom Kant-Gymnasium wurden angeleitet, wie sie Hilfe leisten können.

    Foto: jsp

„Die Polizei rufen“, antwortete schließlich eine Schülerin auf die Frage des Polizeidirektors Weiss, was nun zu tun sei. Gesagt, getan und schon nach wenigen Minuten traf tatsächlich die Polizei ein. Hautnah erlebten die Oberstufenschüler des Kant nun, wie ihre Mitschülerin gemeinsam mit der Polizei Erstversorgung leistete und versuchte, die bewusstlose Frau zu reanimieren, bis nach wenigen Minuten auch das Notarztteam am Unfallort zur Stelle war, um das Unfallopfer ins Krankenhaus zu bringen.

Unterdessen verhörte die Polizei den betrunkenen Fahrer des Autos. Begleitend moderierten Udo Weiss und Dr. Christian Juhra von der Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Münster das Szenario. Im Hörsaal der Fakultät wurde den Schülern anhand eines Videos gezeigt, was mit Unfallopfern im Krankenhaus geschieht und welche Strafen Verkehrssündern drohen. Weiss erzählte auch einige Anekdoten und betonte, „dass an jedem Unfall auch menschliche Schicksale hängen“. So berichtete er, wie schwer es jedes Mal sei, den Eltern von Verunglückten die Nachricht von dem Tod ihrer Kinder zu überbringen. Es falle ihm immer wieder schwer, darüber zu sprechen. „Und dennoch darf so etwas nicht einfach verschwiegen werden“, sagte Weiss zum Abschluss der Veranstaltung. „Verkehrsunfälle sind keine Zufälle, sondern vom Menschen verursacht. Also hat auch der Mensch die Chance, sie zu verhindern.“

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