Kreativangebote und Strukturen der kirchlich geprägten Altenhilfe in Hiltrup erkundet
Die Feuerwehr gegen Langeweile

Münster-Hiltrup -

Einmal auf der Terrasse des Marienheims stehen, in den Alltag des Meyer-Suhrheinrich-Hauses blicken oder sehen, wo Pfarrer Ewald Spieker wohnt. . . Die Idee zu einer zweistündigen Radtour in unmittelbarer Nähe der St.- Clemens-Kirche kam aus den eigenen Reihen. Ziel war vor allem, einen Einblick in die vielfältige Struktur der kirchlich geprägten Altenhilfe zu erlangen. Leiter Klaus Borchard begrüßte Mitglieder des Seelsorgeteams, der Pfarreiräte, des Kirchenvorstandes, der Aufsichtsratmitglieder St. Clemens und die Mitglieder des Vorstandes der Meyer-Suhrheinrich-Stiftung.

Sonntag, 15.06.2014, 19:06 Uhr

Eine interessierte Runde: Mitglieder und Verantwortliche des Altenhilfezentrums St. Clemens erkundeten dessen zahlreiche Einrichtungen per Rad und zu Fuß..
Eine interessierte Runde: Mitglieder und Verantwortliche des Altenhilfezentrums St. Clemens erkundeten dessen zahlreiche Einrichtungen per Rad und zu Fuß.. Foto: hk

Dass die Mitarbeiter der Altenhilfe ein wahres Netzwerk aufgebaut haben, davon konnten sich die Radler überzeugen: Das „Herz“ schlägt in der Bürogemeinschaft der Seniorenberatung. Hier laufen die Fäden zusammen. Während Seniorenberaterin Katharina Koppenstein Ansprechpartnerin für die 118 barrierefreien Seniorenwohnungen ist und in allen Fragen berät, ist Birgit Volbracht seit vier Jahren als aufsuchende Beraterin vor allem vor Ort. Die frühere Leiterin des Tageshauses unterbreitet einsamen Menschen Angebote verschiedenster Art. Dass beide Seniorenberaterinnen Tür an Tür im Altenhilfe-Zentrum arbeiten, sei ein riesiger Vorteil. „Wir sind hier sehr nah beieinander“, so Volbracht.

Weiter ging die Tour zum Marienheim , dem Ute Bösing als Pflegedienstleiterin vorsteht. Wie eng das Seniorenheim mit den umliegenden Gebäuden vernetzt ist, erwies sich auch hier. 160 Mittagessen werden täglich in der eigenen Kantine zubereitet, von denen einige in das benachbarte Tageshaus gehen. Auch die Bewohner des barrierefreien Wohnens können kurz durch den Park gehen, um im Marienheim eine Mahlzeit zu sich zu nehmen. Dass auch die kalte Küche schmeckt, erfuhren die Radler bei dem kleinen „Running Dinner“. Es gab köstliche Smoothies.

Sozialpastorale Begleitung in der wieder eröffneten Kapelle und viele Kreativangebote im Hause sorgen bei den Bewohnern für einen abwechslungsreichen Tagesablauf. „Wir sind die Feuerwehr gegen Langeweile“, sagte Sozialarbeiter Siegfried Lenz.

Langeweile kennen auch die Besucher des Tageshauses, einem weiteren Baustein der Altenhilfe, nicht. Vielfältige Angebote helfen, den Tag zu strukturieren. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, dass Menschen, die die Tagespflege erfahren haben, eine niedrigere Hemmschwelle haben, später in ein Seniorenheim zu ziehen. Mit Waldmeistergetränk und Eisbonbons gestärkt lüftete Pfarrer Ewald Spieker ein kleines Geheimnis. Er wohnt über der Tageseinrichtung mit Blick auf das gesamte Areal rund um Alt St. Clemens.

Ein weiterer Baustein im Netzwerk ist das Meyer-Suhrheinrich-Haus, das 42 Bewohner betreut, die an dementieller Erkrankung leiden. In drei voneinander unabhängigen Hausgemeinschaften gestalten sie mit Unterstützung der Pfleger ihren Alltag. Das Café Marie ist ein Treffpunkt und ein Brücke nach außen.

Weitere Einrichtungen werden diskutiert, zumal in Hiltrup-Ost der Bedarf an Hilfe und Unterstützung groß ist. Birgit Volbracht ist im Pfarrheim St. Marien Ansprechpartnerin. Ein Grundstück für eine Tagespflege zu finden, sei schwierig. Vielleicht bietet sich die Fläche östlich des TuS-Geländes, das bereits als Bauerwartungsland ausgewiesen ist, so hieß es.

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