Staatsschutz eingeschaltet
Teerattacke auf Hochschule der Polizei

Münster-Hiltrup -

Bisher ging die Angelegenheit noch als Sachbeschädigung durch – doch nun wurde der Staatsschutz eingeschaltet. Unbekannte haben am vergangenen Wochenende Teerbeutel auf das Eingangsportal der Deutschen Hochschule der Polizei in Hiltrup geworfen. Bei den Westfälischen Nachrichten ging dazu ein Bekennerschreiben ein: Eine Gruppe von „Autonomen Anarchisten“ habe mit der Aktion „ein Zeichen gegen Polizeigewalt“ setzen wollen.

Donnerstag, 17.07.2014, 06:07 Uhr

Genauer hinschauen muss der Betrachter schon, um die Spuren der Sachbeschädigung zu erkennen: Eine Anarchistengruppe hat sich zu der Teerattacke bekannt.
Genauer hinschauen muss der Betrachter schon, um die Spuren der Sachbeschädigung zu erkennen: Eine Anarchistengruppe hat sich zu der Teerattacke bekannt. Foto: mlü

Die Hochschule reagiert mit Verständnislosigkeit. „Wir haben hier keine operativen Einheiten, keine Hundertschaften oder Tausendschaften“, also niemanden, der Polizeigewalt ausüben könnte, betont Pressesprecher Norbert Reckers von der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol). „Wir wurden nur Ziel, weil am Gebäude das Wort Polizei steht.“

Vermutlich haben die unbekannten Täter Gefrierbeutel mit Teer oder schwarzer Farbe gefüllt und gegen die Hauswand geworfen – als der Schaden am vergangenen Montag entdeckt wurde, hat die Hochschule Anzeige erstattet. Mit Auftauchen des Bekennerschreibens wurde nun allerdings auch der Staatsschutz informiert, bestätigt Reckers.

Die Tat steht im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen Polizeigewalt am 4. Juli in Münster. Gut 100 Demonstranten folgten dem Aufruf des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“ und empörte sich über angebliche Polizeigewalt rund um den Naziaufmarsch durch das Rumphorst-Viertel im März 2012. Ein Polizist hatte dabei einen Demonstranten an der Stettiner Straße mit einem Faustschlag niedergestreckt. Auch am Ende dieser Kundgebung soll es laut dem Bekennerschreiben zu Gewalt gekommen sein.

Mit der Einrichtung in Hiltrup hat das allerdings nur, wenn überhaupt, entfernt zu tun: „In den letzten 15 Jahren ist so etwas ähnliches wie dieser Vorfall nie passiert“, so Reckers. Die Gruppe kündigt unterdessen weitere Aktionen in ihrem „Kampf gegen Staat, Nation und Kapital“ an.

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