Großes Lob zum Zehnjährigen des Meyer-Suhrheinrich-Hauses für Demenzerkrankte / Modell in Münster
Eine einzelne Frau, viele Mitstreiter

Münster-hiltrup -

„Ich weiß auch nicht, wer ich bin. . .“, sagt Klaus Borchard zu Beginn der Feierstunde zum zehnten Geburtstag des Meyer-Suhrheinrich-Hauses an der Marktallee. Der Leiter des Hauses überrascht die Gäste mit einem Rollenspiel. Nina Lammerding, gerontopsychiatrische Pflegefachkraft, ist es, die sich des Hilflosen annimmt, ihn nach Hause begleitet: „Jetzt geht es mir schon besser.“

Sonntag, 19.07.2015, 00:07 Uhr

Zahlreiche Gäste waren am Samstag gekommen, um gemeinsam den zehnten Geburtstag des Meyer-Suhrheinrich-Hauses für Demenzerkrankte an der Marktallee zu feiern.
Zahlreiche Gäste waren am Samstag gekommen, um gemeinsam den zehnten Geburtstag des Meyer-Suhrheinrich-Hauses für Demenzerkrankte an der Marktallee zu feiern. Foto: anh

Das sollte „einen Einblick in unsere Arbeit geben, die wir gern tun“, so Lammerding . Das Ziel sei, „validierend und wertschätzend“ 42 demenzerkrankte ältere Menschen in der vollstationären Pflegeeinrichtung zu begleiten, „sie mit  ihren Bedürfnissen aber auch ihren Probleme so anzunehmen, wie sie sind“.

Immer wieder gilt der Dank und Respekt Maria Meyer-Suhrheinrich, der Stifterin. Reinhard Mangels, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, sagt: „Es ist die Lebensaufgabe einer einzelnen Frau und vieler Mitstreiter, die es zu erhalten und fortzusetzen gilt.“

In den Anfängen habe Rolf Kappen als Motor und Macher gewirkt. Es war damals die erste Einrichtung ihrer Art in Münster , modellhaft, und das ist sie bis heute. Mit dem Altenhilfe-Zentrum St. Clemens schloss der Vorstand einen Vertrag über die Betriebsführung. Seit dem 1. April 2005 bietet das Haus drei  Hausgemeinschaften Platz.

Dem Anliegen, mittendrin in Hiltrup zu sein, kam das „Café Marie“ zur Hilfe, das inzwischen zusammengewachsen ist mit dem Weltladen Solidario. „Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen.“

Karl-Heinz Heinrich, Sprecher für die Bewohner im Beirat der Stiftung, Ehemann einer Bewohnerin, richtete 42-fachen Dank aus. Gern nahm Dirk Gödeke , der Pflegedienstleiter, den Dank an, er werde ihn weiterleiten. Er sei froh, dass viele Mitarbeiter seit der ersten Stunde 2005 dabei geblieben sind. Damals habe es Wäschekörbe voller Bewerbungen gegeben, heute freue man sich, wenn ein oder zwei Bewerbungen eintrudeln. In den Anfängen habe es häufiger Fehlalarme für die Feuerwehr gegeben, erinnert sich Gödeke. Pfarrer Mike Metzler sah die Einrichtung als Pluspunkt in dem Bemühen, „alle Menschen in die erste Reihe zu holen“.

Einen anregenden künstlerischen Rahmen verliehen der fröhlichen Feierstunde Maria Kissenkötter am Klavier und Gerhard Stuckstätte. Er hatte nicht nur gedichtet, er sang auch: Wie um zu unterstreichen, welcher Wert in der Arbeit mit den Bewohnern der Musik zukommt. Hier, hieß es, würden das ganze Jahr über Lieder gesungen: „Und das ist gut so!“

Das Jubiläums-Fest setzte sich bis in die Abendstunden fort – eine Party für die Mitarbeiterinnen bildete den Abschluss.

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