Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard führt Altenpflege-Ausbildung ein
Den Pflegeberuf neu denken

Münster-Hiltrup -

Erstmals bietet die Hiltruper Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard eine Altenpflege-Ausbildung an. 25 Auszubildende sind im August gestartet. Der Premiere gaben nun Lehrer, Politiker und Pflegemanager im Vortragssaal des Mutterhauses der Missionsschwestern einen feierlichen Rahmen.

Freitag, 02.10.2015, 00:10 Uhr

Mit einem Festakt im Mutterhaus startete der neue Ausbildungskurs Altenpflege. Die Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard bereitet sich mit dem neuen Ausbildungszweig auf die generalisierte Pflegeausbildung vor.
Mit einem Festakt im Mutterhaus startete der neue Ausbildungskurs Altenpflege. Die Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard bereitet sich mit dem neuen Ausbildungszweig auf die generalisierte Pflegeausbildung vor. Foto: hk

Warum bietet die Gesundheitsschule nun auch die Altenpflege-Ausbildung an? Grund ist die Gesetzesvorlage zur „Pflegepolitik 2.0“, die bald verabschiedet werden soll. Vor diesem Hintergrund wollten die Lehrer der Zentralschule vorbeugen und den Lehrplan nach den neuen Richtlinien ausrichten. Denn im kommenden Jahr sollen die Ausbildungsgänge Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Altenpflege zu einer generalistischen Pflegeausbildung zusammen geführt werden. Passende Module ergänzen und vertiefen die jeweilige Fachausrichtung.

„Wir nehmen den Auftrag sehr ernst“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Regula Toellner in ihrer Begrüßungsansprache. „Die Rahmenrichtlinien Altenpflege sind die Basis für eine fundierte Grundausbildung.“ Oft müssten die Pflegekräfte in hoch komplexen Situationen ethische und fachliche Entscheidungen treffen, die von weit reichender Bedeutung seien. Es sei eine weise Entscheidung seitens der Politik, sich des Themas Altenpflege anzunehmen. Geschäftsführer Stephan Dransfeld forderte eine Altenpflegeumlage, bei der sich das Land an den Ausbildungskosten beteiligt.

Dass der Mensch bei der Versorgung von Patienten die wichtigste Rolle spiele, sei eine gute Nachricht. „An erster Stelle steht die Freundlichkeit des Pflegepersonals, an zweiter erst die medizinische Kompetenz“, erläuterte Carsten Drude vom Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe. Dabei gehe es nicht mehr allein die Krankenpflegestation. Die Durchmischung mit anderen Pflegebereichen werde größer, das medizintechnische Know-How wichtiger. Zukünftig werde mehr Personal, ein klarer Berufsweg und nach Konzepten mit älteren Mitarbeitern gesucht. Im Jahr 2030 wird für Deutschland ein Fachkräftemangel von einer halben Million Arbeitsplätzen prognostiziert. Eine „so kompetente Fachschule in Hiltrup zu haben“, sei schon Luxus, sagte Carsten Drude. Er leitet das Pendant zur Zentralschule in Dortmund.

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