Hiltrups Schulen laden ein: Gemeinsames Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit
Lichterkette gegen Hass

Münster-Hiltrup -

Lichterkette am Donnerstagabend geplant: Schüler und Lehrer der Realschule, Hauptschule, des Kant- und KvG-Gymnasiums wollen damit gegen Rassismus und Gewalt demonstrieren.

Dienstag, 05.04.2016, 18:04 Uhr

Die Planungen laufen seit einigen Wochen: Mit einer Lichterkette wollen Schüler und Lehrer der Realschule, Hauptschule, des Kant- und KvG-Gymnasiums gegen Rassismus und Gewalt demonstrieren.
Die Planungen laufen seit einigen Wochen: Mit einer Lichterkette wollen Schüler und Lehrer der Realschule, Hauptschule, des Kant- und KvG-Gymnasiums gegen Rassismus und Gewalt demonstrieren. Foto: mlü

Im Jahr 2015 gab es 83 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland . Das geht aus einer Statistik des Bundeskriminalamts hervor. Wenn man nur die Wintermonate auswertet, wurde sogar an jedem dritten Tag Feuer in bewohnten und unbewohnten Heimen gelegt. Zum Glück nicht in Münster – und doch: „Wir gewöhnen uns an diese Nachrichten, diesen Zustand, diesen Hass – und das darf einfach nicht sein“, sagt der Kunst- und Deutschlehrer Meinhard Schulte .

Jetzt wollen die Schülervertreter und zahlreiche Lehrer der Johannes-Gutenberg-Realschule, der Hiltruper Hauptschule, des Kant- und KvG-Gymnasiums gemeinsam ein Zeichen gegen den Hass setzen. Geplant ist eine Lichterkette am Donnerstag (7. April). Den Auftakt macht eine Kundgebung auf dem gemeinsamen Schulhof der Haupt-, Realschule und des Kant-Gymnasiums.

Termin

Treffpunkt ist am Donnerstag (7. April) um 19.45 Uhr auf dem Schulhof des Schulzentrums.

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„Unser Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt wird die Menschen begrüßen, wir Schüler sagen auch etwas, dann gibt es Musik“, berichtet die Schülerin Jana Schmidt aus der Planungsgruppe. Anschließend soll entlang der Marktallee eine Lichterkette gebildet werden. „Jeder bringt bitte ein oder mehrere Teelichter oder Kerzen und einen Windschutz mit“, heißt es in der Einladung, die aktuell per Fotokopie teils in den Klassen, teils als Foto durch die sozialen Netzwerke geht. Eingeladen sind neben den Schülern der vier weiterführenden Schulen alle Eltern, Freunde der Schüler und Schulen – aber auch alle Bürger.

Die Flüchtlingskrise werde auf ziemlich jeder gesellschaftlichen Ebene heißt diskutiert, auch an den Schulen gebe es Anknüpfungspunkte, berichten die Schülervertreter. Einige Kinder und Jugendliche würden sich mit Sorgen und Ängsten an ihre Lehrer wenden, teils weil sie eine politische Radikalisierung in der Debatte befürchteten. Durch die Belegung der Stadthallen-Klassenräume und den neuen Unterkünften in Hiltrup wirkt das Thema in den Schulalltag hinein, an der Realschule etwa sind aktuell sieben Flüchtlinge in einer internationalen Klasse untergekommen. „Einige Schüler sind bereits vor Jahren oder Jahrzehnten nach Deutschland geflüchtet und sind jetzt als Dolmetscher aktiv oder berichten von ihren Erlebnisse“, sagt Sportlehrer Helge Rüddenklau.

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