Bezirksbürgermeister kritisiert Ratsentscheid zur Stadthalle Hiltrup
Zankapfel Planungskosten

Münster-Hiltrup -

Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (CDU) atmete tief durch. Dann ließ er bei der Adventsfeier der Seniorenunion seinem Lob über die politischen Erfolge in Hiltrup deutliche Kritik an der jüngsten Ratsentscheidung zur Stadthalle folgen.

Samstag, 17.12.2016, 09:12 Uhr

Deutliche Worte fand Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (l.) dazu, dass der Rat die vorgeschlagenen Planungskosten für eine neue Stadthalle nicht mitträgt. Ratsherr Georg Berding (2.v.l.) musste der Kritik lauschen.
Deutliche Worte fand Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (l.) dazu, dass der Rat die vorgeschlagenen Planungskosten für eine neue Stadthalle nicht mitträgt. Ratsherr Georg Berding (2.v.l.) musste der Kritik lauschen. Foto: jans

„Sind wir ein Sprachrohr, das überhaupt nicht ernst genommen wird?“ fragte er auch in Richtung von Ratsherr Georg Berding ( CDU ), der unter den 50 Gästen im Pfarrzentrum St. Clemens saß. Der Grund für Schmidts Ärger: Die 100 000 Euro, die von der Bezirksvertretung Hiltrup fraktionsübergreifend als Summe für eine Neuplanung der Stadthalle erhofft worden waren, wurden nicht in den städtischen Etat für 2017 aufgenommen. Die CDU-Fraktion trug in der Ratssitzung am Mittwochabend das Anliegen nämlich nicht mit. Schmidt nannte das „sehr traurig“ und verwies auch darauf, dass seine Partei in den Außenbereichen der Stadt bei den vergangenen Wahlen mehr Stimmen holte, als in der Innenstadt. „Es kann nicht sein, dass wir hier als Stadtteil das Gefühl haben, das etwas an uns vorbeigeht“, betonte Schmidt im Vorfeld der Veranstaltung gegenüber unserer Zeitung.

Der weitere Verlauf der Adventsfeier, an der auch der CDU-Landtagskandidat Dr. Stefan Nacke, teilnahm, war allerdings von vorweihnachtlichem Frieden geprägt. Ludwig Coenen, Vorsitzender der Hiltruper Seniorenunion, begrüßte die 50 Gäste und sang mit ihnen zwei Weihnachtslieder. An zwei langen, festlich gedeckten Tischen wurde Kaffee und Kuchen gereicht. Mechthild Heilenkötter trug zudem zwei Märchen vor.

Ratsherr Georg Berding äußerte sich vor der Seniorenunion nicht zu den Vorwürfen des Bezirksbürgermeisters – stellte jedoch auf Nachfrage klar, dass es sehr wohl Geld für Planung einer neuen Stadthalle geben werde. Nur eben nicht als Ergebnis des fraktionsübergreifenden Antrags aus der BV, sondern über einen schwarz-grünen Auftrag an die Stadtverwaltung (siehe Themenkasten). „Abgesäbelt wird nichts – ich bin nicht ganz glücklich darüber, wie das bei der Seniorenunion rübergekommen ist“, so Berding. „Es gibt in der Gesamtstadt nun einmal andere Probleme als die Stadthalle Hiltrup. Der Vorteil an dieser neuen Regelung ist, dass die schwarz-grüne Mehrheit ihn unterstützt.“

Schmidt hält wenig davon, die Planungskosten über einen Umweg, die Stadtverwaltung, zu ermitteln – „wir arbeiten doch seit drei Jahren beim Thema Stadthalle sehr eng mit der Verwaltung zusammen – was soll das bringen?“

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