Missionsschwestern: Strategischer Partner gesucht
Teilrückzug aus der Trägerschaft des Herz-Jesu-Krankenhauses

Münster-Hiltrup -

Die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu tragen seit 70 Jahren Verantwortung für das Hiltruper Krankenhaus. Jetzt sehen sie den Zeitpunkt gekommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen – gesucht wird ein „strategischer Partner“.

Mittwoch, 22.02.2017, 19:02 Uhr

Das Herz-Jesu-Krankenhaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände des Mutterhauses der Missionsschwestern gegründet. Der Orden will die Trägerschaft neu ordnen.
Das Herz-Jesu-Krankenhaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände des Mutterhauses der Missionsschwestern gegründet. Der Orden will die Trägerschaft neu ordnen. Foto: mlü

Am Dienstagabend wurden die Mitarbeiter des Herz-Jesu-Krankenhauses über diesen Entschluss informiert. „Die Missionsschwestern stehen am Anfang eines entsprechenden Prozesses, den sie professionell begleiten lassen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Gesellschaftergeschäftsführerin des Krankenhauses, Schwester Josefia Schulte .

Das Herz-Jesu-Krankenhaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Fachkrankenhaus im damaligen Kreis Münster in den Gebäuden und auf dem Gelände des Mutterhauses der Missionsschwestern gegründet. „Die Missionsschwestern haben ihren Auftrag für das Krankenhaus immer in der ganzheitlichen Sorge für Patienten und Mitarbeiterschaft verstanden“, beschreibt der Orden das Selbstbild.

Zahlenmäßig hat die Präsenz von Ordensschwestern im Krankenhaus in den vergangenen zwei Jahrzehnten drastisch abgenommen, jetzt soll die Trägerschaft neu geordnet werden. „Das Krankenhaus bietet hervorragende medizinische Leistungen an, hat im zwischenmenschlichen Umgang einen guten Ruf und ist wirtschaftlich stabil. Wunsch der Schwestern ist es, dass diese Zielsetzung auch maßgeblich für die Zukunft bleibt“, so Schwester Josefia Schulte.

Die Geschäftsleitung des Krankenhauses wollte zu den Plänen des Ordens keine Stellung nehmen. Dem Vernehmen nach ist die Stimmung unter den Mitarbeitern allerdings gut. Alle Mitarbeiter sollen nach Informationen unserer Zeitung übernommen werden. Kenner der Krankenhaus-Wirtschaft glauben, dass eigentlich nur zwei Partner für die Zukunft des Herz-Jesu-Krankenhauses infrage kommen – die Alexianer oder Franziskaner. Zu diesen Spekulationen nimmt der Orden jedoch keine Stellung und betont, dass der Prozess noch ganz am Anfang stehe.

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