Angestrebte Seligsprechung
Bernhard Poether: Ein herausragender Mensch

Münster-Hiltrup -

Pünktlich zum 75. Todestag von Kaplan Bernhard Poether startet die Kirchengemeinde St. Clemens einen Versuch, „die Seligsprechung in Gang zu bekommen“. Ein Termin, an dem Bischof Dr. Felix Genn Unterschriftenlisten überreicht werden sollen, steht bereits fest.

Samstag, 25.02.2017, 14:02 Uhr

Kaplan Bernhard Poether starb am 5. August 1942 im Konzentrationslager Dachau. Das Foto zeigt die Gedenktafel in der St.-Clemens-Kirche.
Kaplan Bernhard Poether starb am 5. August 1942 im Konzentrationslager Dachau. Das Foto zeigt die Gedenktafel in der St.-Clemens-Kirche. Foto: gro

Pünktlich zum 75. Todestag von Kaplan Bernhard Poether startet die Kirchengemeinde St. Clemens einen Versuch, „die Seligsprechung in Gang zu bekommen“, wie der emeritierte Pfarrer Ewald Spieker sagt.

Seligsprechung – dieser Begriff wirkt aktuell selbst innerhalb der katholischen Kirche ein wenig aus der Mode gekommen. Es gab Zeiten, da wuchs die Zahl der Glaubensvorbilder stark an, die zu Heiligen und Seligen ernannt wurden. So erhob Papst Johannes Paul II. binnen weniger Jahre Kardinal von Galen, Karl Leisner, Arnold Janssen sowie die Ordensschwestern Maria Eu­thymia und Katharina von Emmerick, die allesamt aus dem Bistum Münster stammen, zu Seligen.

Nun unternimmt die Gemeinde St. Clemens einen Versuch, Bernhard Poether in den Kreis der Menschen erheben zu lassen, die der Kirche wegen ihres Lebens- und Glaubenszeugnisses besonders wichtig sind. Heilige und Selige sind Menschen, die im Gedächtnis der Kirche besonders verankert sind.

Genau genommen handelt es sich um einen erneuten Versuch, der in Hiltrup gestartet wird: Bereits im Oktober 1996 regten Zeitzeugen die Seligsprechung Poethers an. Bei einem Besuch im Marienheim wurde Weihbischof Josef Ostermann eine entsprechende Bitte überreicht. Doch das Anliegen, das damals eher „eine liebevolle Anregung“ war, wie Ewald Spieker sagt, wurde nicht weiter verfolgt.

Ende April haben Pfarrer Mike Netzler und Ewald Spieker sowie weitere Mitglieder des Arbeitskreises Bernhard Poether einen Termin bei Bischof Dr. Felix Genn. Sie wollen ihm 1300 Unterschriften für eine Seligsprechung Poethers überreichen, die in Münster und Bottrop gesammelt wurden.

Bischof Genn selbst ist bereits zweimal in Hiltrup gewesen, um Bernhard Poe­thers Leben und Wirken zu würdigen. Zuletzt feierte er am zweiten Weihnachtstag 2012, dem 80. Jahrestag der Primizfeier Bernhard Poe­thers, einen Gottesdienst in der St.-Clemens-Kirche. Im September 2009 hatte der Bischof angeregt, eine Gebetsgemeinschaft zu gründen. Seitdem gibt es an jedem 5. Tag eines Monats eine Poe­ther-Andacht.

Bereits am 26. März hält Prälat Helmut Moll aus Köln einen Vortrag über das kirchenrechtliche Verfahren einer Seligsprechung. Moll gilt als ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet.

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