Baugebietes Zur Vogelstange: Alleinige Zufahrt über Westfalenstraße?
Jetzt zeichnen die Anwohner selbst

Münster-Hiltrup -

Es soll ein Vorschlag zur Güte sein – in der Debatte um das neue Baugebiet Zur Vogelstange haben die Anwohner jetzt selbst zum Zeichenstift gegriffen. Ihre Planungsskizze verlegt die einzige Zufahrt an die Westfalenstraße.

Donnerstag, 16.03.2017, 19:00 Uhr
Mit den Bürgerplänen wollen die Anwohner die Interessen der Stadt mit ihren Anliegen verknüpfen. Die Anzahl der Wohneinheiten bleibt gleich, aber die Zufahrt wird komplett verlegt (gelb markiert).
Mit den Bürgerplänen wollen die Anwohner die Interessen der Stadt mit ihren Anliegen verknüpfen. Die Anzahl der Wohneinheiten bleibt gleich, aber die Zufahrt wird komplett verlegt (gelb markiert). Foto: mlü

Mit dieser Lösung könne die Verkehrssituation im Bereich Nimrodweg und Vogelstange entzerrt werden. Die Anwohner argumentieren: Häufig wird schon jetzt auf die Bürgersteige ausgewichen, eine große Anzahl von Schülern aus Amelsbüren und Hiltrup nutzen diese Strecke als Schulweg zum Schulzentrum.

Damit gehen die Bürgerpläne weiter, als die bisherigen Kompromissvorschläge aus der Kommunalpolitik. In der Bezirksvertretung Hiltrup stand eine Zufahrt über die Westfalenstraße bislang nur als zweite, zusätzliche Ausfahrt zur Debatte. Die Stadtverwaltung hatte eine Straße entlang des Sportplatzes Hiltrup-Süd sogar rundweg abgelehnt – aus Rücksicht auf die Bäume.

Aber müssten wirklich Bäume für den Weg weichen? Nach einem Ortstermin glauben Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt und die CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung, Astrid Bühl, das nicht mehr: „Der Platz ist da.“ Schon jetzt führt dort ein namenloser Radweg ins Naherholungsgebiet. Er ist sehr breit angelegt – nämlich als Feuerwehrzufahrt zum Gerätehaus der Bezirkssportanlage.

Auch einem weiteren Argument, dass Stadtplaner gegen die Westfalenstraßen-Zufahrt vorbringen, wollen die CDU-Politiker nicht folgen: Die neue Straße wäre länger und teurer als die alte Lösung. „Durch Mehrverkäufe ließen sich die Kosten jedoch locker decken“, ist sich Schmidt sicher.

Damit stellt sich die Hiltruper CDU hinter die neuen Bürgerpläne. Der Bezirksbürgermeister hat die Skizzen breit in der Stadtverwaltung gestreut und Gespräche mit Ratsherren geführt. „Die Bürger sind die Experten“, zitiert er einen Ausspruch des Oberbürgermeisters Markus Lewe. Schmidt hofft, dass die Vorschläge der Anwohner „nicht einfach weggebügelt werden“.

Ein weiterer Eckpunkt der neuen Skizze ist eine neue Aufteilung der Fläche. Die neuen Wohnhäuser sollen nicht mehr die bestehende Bebauung buchstäblich „in den Schatten stellen“ – also niedriger werden und nicht bis an die Gartenzäune herangebaut werden. Damit der Kita-Verkehr sich nicht verheddert, könnten die neuen Wege als Schlaufe durch das Wohngebiet geführt werden.

Der Architekt und Anwohner Arnold Hüls hat die Bürgerpläne gezeichnet. Vorausgegangen war ein Treffen von 40 Nachbarn und ein langer Abstimmungsprozess. „Wir mussten uns auf Änderungsvorschläge einigen, wenn sich die Planung schon nicht ganz verhindern lässt.“

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