Jugendliche Flüchtlinge probieren sich als Maler und im Einzelhandel aus
Projekt der Jugendhilfe Direkt: Farbe für die Ferien

Münster-Hiltrup -

Berufe hautnah kennen lernen – das motiviert bei der Berufswahl und Jobsuche. Der Verein Jugendhilfe Direkt sorgt deswegen regelmäßig dafür, dass Hiltruper Hauptschüler Praxiserfahrungen machen können.

Mittwoch, 19.04.2017, 11:04 Uhr

Ein frisches Grün soll das Beratungsbüro der Hauptschule Hiltrup aufwerten. Die Hauptschüler Ahmad Alibrahim (v.l.) und Mohammed Ali Reda helfen mit. Der Verein Jugendhilfe Direkt leistet damit Hilfestellung beim Einstieg in die Berufswelt.
Ein frisches Grün soll das Beratungsbüro der Hauptschule Hiltrup aufwerten. Die Hauptschüler Ahmad Alibrahim (v.l.) und Mohammed Ali Reda helfen mit. Der Verein Jugendhilfe Direkt leistet damit Hilfestellung beim Einstieg in die Berufswelt. Foto: mlü

Bei den Alexianern zum Beispiel bauten ein halbes Dutzend Schüler Holzhäuser für das ambitionierte Projekt des Gartens der Stille. Bei einem Schuhmacher konnten vier Schüler in wochenlanger Arbeit lernen, einen Schuh herzustellen. Diesmal wurde es bunt – in einem Ferienprojekt schwangen Jugendliche den Pinsel und die Malerrolle.

Die jungen Hiltruper Flüchtlinge Ahmad Alibrahim und Mohammed Ali Reda aus der neunten beziehungsweise zehnten Klasse sind schon seit zwei Tagen dabei, ein neues Beratungsbüro der Schule neu anzustreichen. Eine Wand wird komplett grün, die andere weiß mit einem grünen Streifen. Das hellt den Raum auf. Angeleitet werden sie von der Firma Weiß und dem Azubi Sven Befort . Der hat früher selbst die Hauptschule Hiltrup besucht und ist jetzt erfolgreich in das zweite Ausbildungsjahr gestartet. „Wir helfen bei diesem Projekt – und sponsern das“. Ein Glücksfall für den Verein Jugendhilfe Direkt, betont die Sozialpädagogin Cornelia Walter. Die Schule profitiert vom kostenlosen Anstrich, die Schüler von den Erfahrungen aus erster Hand. Zeitgleich arbeiten vier Mädchen, ebenfalls junge Geflüchtete, bei Edeka mit und lernen das Berufsbild einer Einzelhandelskauffrau kennen.

„Es müsste noch mehr Berührungspunkte von Schule und Gesellschaft geben“, findet Sebastian Arnsmann, der neue Sozialpädagoge am Schulzentrum (siehe Infobox). Dann könnten Vorurteilen gegenüber Hauptschülern und Flüchtlingen gar nicht erst entstehen. „Wir haben viele leistungsstarke Kinder an der Schule.“ Während der Osterferien hat Arnsmann eine Ferienbetreuung für Flüchtlingskinder auf die Beine gestellt. In der Holzwerkstatt der Schule basteln Sahgar Sahidi, Dilveen Miho und Sehera Muhamad Nistkästen für Insekten. Die bunten „Bienenhotels“ stellen sie später auf dem kleinen Pausenhof hinter der Hauptschule auf.

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