Barrierefreier Natur-Tourismus
Natur erleben ohne Hindernisse – Projektstart bei Haus Heidhorn

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

„Durch rollstuhlgerechte Wanderwege, Sinnesgärten und barrierefreie Exkursionsangebote wollen wir allen die Natur näher bringen“, erklärt die Nabu-Naturschutzstation Münsterland auf Haus Heidhorn. Land NRW und Europäische Union geben Geld für das Vorhaben.

Dienstag, 02.05.2017, 19:05 Uhr

Natur im Münsterland wird wegbar, heißt es für das Kooperationsprojekt von fünf Biologischen Stationen im Münsterland. Nabu-Mitarbeiter Andreas Beulting erläutert, was sich rund um Haus Heidhorn in nächster Zeit ändern wird.
Natur im Münsterland wird wegbar, heißt es für das Kooperationsprojekt von fünf Biologischen Stationen im Münsterland. Nabu-Mitarbeiter Andreas Beulting erläutert, was sich rund um Haus Heidhorn in nächster Zeit ändern wird. Foto: gro

Über Wasser zu gehen, wird spätestens im Sommer eine extrem populäre Angelegenheit in Münster. Bei der Skulpturenausstellung , so verspricht die spannendste Projektidee, die bislang spruchreif wurde, soll der ohnehin hippe Hafen über Wasser begehbar werden. Man sieht sie bereits vor sich, die lustwandelnden Kunstfreunde im Hafenbecken, wie sie ihren Ritt über das Wasser genießen.

Rund um Haus Heidhorn , dem Sitz der Nabu-Naturschutzstation Münsterland , geht alles ein wenig naturverbundener zu. Aber deswegen nicht weniger spannend. Hier schreiten Besucher, wenn sie ein Feuchtgebiet aus nächster Nähe erleben wollen, über raue Holzbohlen. Ringsherum wird Natur erlebbar, die sich bislang nur vom Rand betrachten ließ.

Sie setzten den ersten Spatenstich zum Projektstart: (v.l.) Bernhard Sandbothe (Alexianer), Reinhard Feldmeier und Hermann Walter (Heidhorn-Stiftung), Claudia Pieper, Dr. Britta Linnemann (Nabu-Naturschutzstation Münsterland), Joachim Schmidt (Bezirksbürgermeister von Hiltrup), Umweltminister Johannes Remmel, Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke und Andreas Beulting (Nabu-Naturschutzstation Münsterland).

Sie setzten den ersten Spatenstich zum Projektstart: (v.l.) Bernhard Sandbothe (Alexianer), Reinhard Feldmeier und Hermann Walter (Heidhorn-Stiftung), Claudia Pieper, Dr. Britta Linnemann (Nabu-Naturschutzstation Münsterland), Joachim Schmidt (Bezirksbürgermeister von Hiltrup), Umweltminister Johannes Remmel, Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke und Andreas Beulting (Nabu-Naturschutzstation Münsterland). Foto: Grottendieck

Mittendrin statt nur dabei. Dieses Motto gilt künftig auch für Menschen mit Handicap. Für Menschen mit Behinderungen, beispielsweise Rollstuhlfahrer, sollen besonders schöne Ecken der Natur im Münsterland besser erlebbar werden. Im Zwillbrocker Venn nahe der deutsch-niederländischen Grenze sollen barrierefreie Wege ausgebaut werden. Ähnliches plant die Biologische Station Kreis Steinfurt oder das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld.

Insgesamt sieben Partner haben sich zusammengetan, um im das Münsterland den barrierefreien Natur-Tourismus nach vorne zu bringen. Kräftig unterstützt werden sie dabei vom der EU und dem Land NRW, die zusammen 2,4 Millionen Euro locker machen. NRW-Minister Johannes Remmel war daher am Dienstag eigens nach Haus Heidhorn gekommen. Der Termin des symbolischen Spatenstiches war wohl nicht ohne Bedacht gewählt. Mitte des Monats folgt ein Termin, den jedes Mitglied der Landesregierung seit langem fest im Blick hat. „Wir machen hier aber keinen Wahlkampf“, ließ vorsichtshalber ein Mitarbeiter der Nabu-Naturschutzstation verlauten.

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke kam auf den Punkt: Naturschutz beziehe seine Legitimation durch den Bezug zum Menschen. Es sei daher eine Aufgabe, Räume „anfassbar und erlebbar zu machen“. Klenke lobte: „All das machen Sie hier mit diesem Projekt.“

„Natur tut allen gut“, sagte Dr. Britta Linnemann, Vorstandsvorsitzende der Nabu-Naturschutzstation Münsterland. „Durch rollstuhlgerechte Wanderwege, Sinnesgärten und barrierefreie Exkursionsangebote wollen wir allen die Natur näher bringen.“ Oder wie Dr. Rüdiger Leidner, Vorsitzender des Vereins Tourismus für alle, es formulierte: „Barrierefreier Natur-Tourismus ist für zehn Prozent der Bevölkerung zwingend notwendig, für 30 bis 40 Prozent hilfreich und sinnvoll und für 100 Prozent komfortabel.“

Rund um Haus Heidhorn werden alte Wege wiederbelebt, die bereits die Ordensschwestern nutzten, als sie noch auf Heidhorn lebten. Es entstehen neue Feuchtgebiete, Erlebnisstationen, ein Bauerngarten sowie ein Sinnespfad, der in das so genannte Tor zur Davert integriert wird. Ein kleines Hochmoor wird zudem regelrecht aufgebockt, erklärte Projekt-Mitarbeiter Andreas Beulting, damit Rollstuhlfahrer im Sitzen ins Wasser fassen können. Nach den Sommerferien ist mit unfangreichen Erdarbeiten zu rechnen.

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