„Nimm mich mit!“
Per Anhalter zur nächsten Bushaltestelle

Münster-Hiltrup -

Bis zu 700 Meter müssen zu Fuß zurückgelegt werden, um in Teilen von Hiltrup-Ost zu einer Bushaltestelle zu kommen. Das Projekt „Nimm mich mit“ setzt darauf, dass Nachbarn sich gegenseitig helfen. Doch dafür muss die passende Infrastruktur geschaffen werden.

Mittwoch, 05.10.2016, 11:30 Uhr
Mit der Idee „Nimm mich mit“ bewerben sich Quartiersentwicklerin Yvonne von Kegler und Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt bei dem PSD-Bürgerprojekt 2016. Fünf Sitzbänke soll mit dem möglichen Preisgeld in Hiltrup-Ost aufgestellt werden.
Mit der Idee „Nimm mich mit“ bewerben sich Quartiersentwicklerin Yvonne von Kegler und Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt bei dem PSD-Bürgerprojekt 2016. Fünf Sitzbänke soll mit dem möglichen Preisgeld in Hiltrup-Ost aufgestellt werden. Foto: Stadt Münster

Mit dem Erreichen der zweiten Runde sind die ersten 1000 Euro schon mal sicher. Die Quartiersentwickler für altengerechtes Wohnen in Hiltrup-Ost haben damit das Geld für die erste Sitzbank auf der Haben-Seiten. Doch sie wollen mehr. Sie wollen zum Leuchtturmprojekt bei dem laufenden Bürgerprojekt „Meine Nachbarschaft – heute und morgen“ der PSD-Bank werden und damit weitere Gelder für weitere Sitzbänke einstreichen.

Die Grundidee der Projektgruppe um Quartiersentwicklerin Yvonne von Kegler ist so simpel wie einleuchtend. In Hiltrup-Ost soll die Lebensqualität im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit gesichert werden. Nun hat jeder Mensch andere Pläne, doch ein Ziel haben viele Menschen. Selbst im hohen Alter wollen sie möglichst lange in vertrauter Umgebung leben bleiben.

Die Mobilität zu erhalten, ist dabei ein Teilaspekt. Aber hieran hapert es in Hiltrup-Ost, insbesondere im Bereich der Ringstraße und der weitläufigen Heerdesiedlung. Wer auf den Öffentlichen Nahverkehr zurückgreifen möchte, der muss sich auf einen langen Weg machen.

Bis zu 700 Meter müssen zu Fuß zurückgelegt werden, um die nächste Bushaltestelle zu erreichen. Zum Vergleich: Die Stadt Münster hat sich zum Ziel gesetzt, dass jeder Bürger eine Bushaltestelle im Umkreis von 300 Metern antrifft. Dieses Ziel hat dennoch nicht dazu geführt, dass die neu eingerichtete Kleinbuslinie 18, die zwischen Hiltrup und Wolbeck pendelt, eine Schleife über die Ringstraße fährt.

Was liegt da näher, als ein System zu entwickeln, das auf einem Miteinander und Füreinander beruht? „Nimm mich mit“, lautet die Grundidee. Nachbarn nehmen Nachbarn mit zur nächstgelegenen Bushaltestelle. Dabei spielen die Sitzbänke, die mit Geld des PSD-Bürgerprojektes errichtet werden sollen, eine entscheidende Rolle.

Fünf Bänke sollen es am Ende sein. Verteilt über das Wohngebiet. Die möglichen Standorte sind jetzt bei einem Ortstermin mit verschiedenen Ämtern der Stadt Münster bereits abgestimmt worden. Auch privater Grund darf an einer Stelle genutzt werden.

Neben den Sitzbänken soll weithin sichtbar ein Schild mit dem neuen Logo der Quartiersentwicklung errichtet werden. Es symbolisiert das Miteinander und Füreinander, das das Projekt fördern will, sowie das beherzte Anpacken für Bürger und Bürgerinnen im eigenen Ortsteil – einerlei, welchen Alters sind sie sind oder welche Hautfarbe sie haben.

Wer auf einer der Bänke Platz nimmt, signalisiert damit, dass er gerne bis zur nächsten Bushaltestelle mitgenommen werden möchte. Wer mit seinem Auto unterwegs ist, hält künftig an, um die Person, die gerade auf der Sitzbank sitzt, zum Mitfahren bis zum Osttor einzuladen. So einfach kann es funktionieren, den Menschen im Viertel mehr Flexibilität zu bieten.

Weitere Projekte werden im Rahmen der Projektentwicklung „Altengerechtes Wohnen in Hiltrup-Ost“ initiiert. Fünf Arbeitsgruppen haben sich gebildet. Einen Überblick gibt die neue Homepage „www.unser-quartier.de/Hiltrup-Ost“, die vom Kuratorium Deutsche Altershilfe mit Unterstützung vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter als virtuelle Quartiersplattform entwickelt wurde.

Mit den Preisgeldern des PSD-Bürgerprojektes sollen ausschließlich die fünf „Nimm-mich-mit“-Sitzbänke finanziert werden. Eine erste Bank, genannt Rückfahrbank, kann bereits aufgestellt werden. Auf der Rückfahrbank können Menschen Platz nehmen, die auf der letzten Wegstrecke zwischen Bushaltestelle und dem eigenen Zuhause den Mitfahrservice freundlicher Nachbarn in Anspruch nehmen wollen. Im Einmündungsbereich der Ringstraße zum Osttor kann die Sitzbank errichtet werden. Das Einverständnis dafür liegt bereits vor.

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