Vorleseclub würdigt den 200. Geburtstags des Fahrrads
Von Pedalen, Willy Brandt und einem Tandem

Münster-Hiltrup -

Der Vorleseclub Hiltrup lockte mit Musik, Wein und einer Lesung in das Hiltruper Museum. Anlass war der 200. Geburtstag des Fahrrads.

Montag, 22.05.2017, 12:05 Uhr

Der „VorLeezeClub“-Abend mit (v.l.) Günter Rohkämper-Hegel, Gerda Hegel, Heide Michels Heyne, Heide Kraft, Karin Honermann, Anne Sandfort und Eva Höppener.
Der „VorLeezeClub“-Abend mit (v.l.) Günter Rohkämper-Hegel, Gerda Hegel, Heide Michels Heyne, Heide Kraft, Karin Honermann, Anne Sandfort und Eva Höppener. Foto: Kretzschmar

Typisch Münsteraner Meimel. Sollen wir drinnen fotografieren? Nein, das Motiv vor dem Hiltruper Museum lädt gerade zu ein, es draußen zu versuchen. Mit Regenschirm natürlich. Auch typisch Münster. Zwei mit Geranien geschmückte Lastenfahrräder wurden eigens herangeschleppt, um am Vorplatz des Museums die Leezen zu feiern, die vor 200 Jahren erfunden wurde. Anlass genug für die Mitwirkenden des „VorLeezeClubs“, das Fahrrad mit einer Lesung, den Musikern Jochen Schwenken und Martin Adolf sowie einem Glas Wein von Solidario gebührend zu würdigen.

Wie schwierig doch die Anfänge der rollenden Räder waren. Erst lief man sozusagen hoch sitzend mit dem Rad, denn es gab weder eine Pedale noch eine Bremse und natürlich keine Kette, die die Kraft auf die Hinterräder übertrug. Wie kläglich „Der Mann auf dem Hochrad“ von Uwe Timm schon beim Aufstieg des unbequemen Gefährts scheiterte und zum Gespött der Nachbarn wurde, ließ Eva Höppener die vielen Zuhörer wissen.

Viele Anekdoten und Erinnerungen sind mit dem Fahrrad verknüpft. Dass beim Vorgang des Radfahrens der mechanische Drehimpulserhaltungssatz gilt, machte Heide Michels Heyne in „Die Geschichte von Herrn Sommer“ von Patrick Süskind deutlich.

Die Begeisterung fürs Radfahren konnte Willy Brandt nicht teilen, wie sein Sohn Matthias in der Begegnung mit Herbert Wehner beschrieb. Er war wirklich alles andere als ein guter Radfahrer („Raumpatrouille“, gelesen von Anne Sandfort).

Quirlig ist das Radfahren in Amsterdam. Vorfahrtsregeln gelten nicht für jeden, dennoch bereitet die Stadt am Wasser so einige angenehme Überraschungen bereit, wie für den älteren Herrn, der wegen eines überfahrenen Täubchens ein junges hübsches Mädchen auf seinem Gepäckträger herumfahren darf. Gerda Hegel und Günter Rohkämper-Hegel trugen die beiden Geschichten vor.

Jerome K. Jerome ist für seine skurrilen Episoden bekannt. Wie die Geschichte aus „Die neue Frau“ (gelesen von Heide Kraft). Absurd auch die verloren gegangene Ehefrau, die das Hinterrad des Tandems bedient und der Ehemann es erst nach geraumer Zeit bemerkt, dass das Treten etwas leichter geworden ist . . . .

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