Hochdruckambulanz im Dialysezentrum
Lob für die Gesundheitspolitik

Münster-Hiltrup -

ine Dialyse ist kein Zuckerschlecken. Patienten mit Nierenleiden kennen die Belastungen, die eine regelmäßige Blutwäsche mit sich bringt. Jetzt hat das Herz-Jesu-Krankenhaus die Erlaubnis erhalten, im Bereich der Früherkennung und Vorbeugung tätig werden, und eine Hochdruckambulanz eröffnet.

Mittwoch, 31.05.2017, 20:05 Uhr

Die neue Hochdruckambulanz ermöglicht dem Dialysezentrum des Herz-Jesu-Krankenhauses neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Nierenleiden. Eingesegnet wurden die neuen Räumlichkeiten durch Pater Hans Pittruff (l.).
Die neue Hochdruckambulanz ermöglicht dem Dialysezentrum des Herz-Jesu-Krankenhauses neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Nierenleiden. Eingesegnet wurden die neuen Räumlichkeiten durch Pater Hans Pittruff (l.). Foto: gro

Es kommt vergleichsweise selten vor, dass im Gesundheitswesen lobende Worte über die Politik zu hören sind. Dr. Wolfgang Clasen nutzte die Eröffnung der Hochdruckambulanz im Dialysezentrum des Herz-Jesu-Krankenhauses zu einem bewussten Dankeschön an die politischen Entscheidungsträger.

Aus seiner Sicht aus gutem Grund: Den Experten des nephrologischen Schwerpunktzentrums war es bislang nicht möglich, im Bereich der Früherkennung und Vorbeugung tätig werden. Bluthochdruck ist eine der häufig auftretenden Erkrankungen, unter der rund 20 Prozent der Erwachsenen leiden. Besteht der Verdacht auf eine Nierenkrankheit, so kann das nephrologische Schwerpunktzentrum nun „weit vorher tätig werden, bevor Schäden passiert sind“ und sich nicht auf Reparaturmedizin konzentrieren, sprich: Dialyse oder gar Nieren-Transplantation.

Bislang hatte dazu keine Erlaubnis vorgelegen, erläuterte der Chefarzt der Inneren Klinik. Daher sein Dank an die Politik.

Die Erleichterung von Dr. Clasen, stärker die Vorbeugung in den Blick zu nehmen, hat zudem stark mit den enormen Einschränkungen zu tun, denen Dialyse-Patienten in der Regel ausgesetzt sind. Zwar kann eine Hämodialyse (Blutwäsche) die Filterfunktion der Niere langfristig ersetzen. Doch dazu kommen die Patienten dreimal wöchentlich für vier bis sechs Stunden in das Dialysezentrum. Das Herz-Jesu-Krankenhauses bietet die Dialyse auch über Nacht an.

Den notwendigen Platz hat das Krankenhaus geschaffen durch den Umbau ehemaliger Archivräume. Die neuen Räume, die hell und freundlich wirken, wurden nach gutem Brauch des Hauses durch den Krankenhausseelsorger Pater Hans Pittruff eingesegnet. „Denn an Gottes Segen“, so der Geistliche, sei „alles gelegen“. Dr. Clasen betonte: „Wir sind eben nicht allein ein Gesundheitszentrum, sondern ein Haus, in dem die Zuwendung zu den kranken Menschen eine ganz zentrale Rolle spielt.“ Sein Dank galt ferner dem Förderverein und den Missionsschwestern.

Noch sind die Schwestern alleinige Eigentümer. Seit gut drei Monaten befinden sie sich mit mehreren Krankenhäusern in Verhandlungen über eine strategische Partnerschaft. Weitere Informationen über einen aktuellen Zwischenstand hat es bislang noch nicht gegeben, sagte die Geschäftsführung des Hauses am Dienstag.

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