Sport und Freizeit
Bank und Politik sind am Zug

Münster-HIltrup -

TuS-Zentrum Quo vadis? Seit Dezember 2015, da wurde der Anbau beschlossen, wartet der TuS Hiltrup auf den ersten Spatenstich und mit ihm unzählige Kursinteressierte und Trainer. Doch auf der dafür vorgesehenen Wiese hinterm bisherigen TuS-Zentrum passiert nichts.

Donnerstag, 20.07.2017, 20:07 Uhr

Das TuS-Zentrum platzt aus allen Nähen. Der dringend notwendige Ausbau auf der Wiese hinter dem jetzigen TuS-Zentrum (rechts) war erst für 2016, dann für den Sommer 2017 datiert. Vom Verein und von den Architekten aus steht der Plan Der Darlehensauftrag an die NRW Bank verzögert sich.
Das TuS-Zentrum platzt aus allen Nähen. Der dringend notwendige Ausbau auf der Wiese hinter dem jetzigen TuS-Zentrum (rechts) war erst für 2016, dann für den Sommer 2017 datiert. Vom Verein und von den Architekten aus steht der Plan Der Darlehensauftrag an die NRW Bank verzögert sich. Foto: mlü

„Oh, wann kommst Du?“, sang Daliah Lavi 1970. „Warten auf Godot“ nannte Samuel Beckett 1949 sein Theaterstück. Irgendwo dazwischen liegt die Stimmung zahlreicher Trainer wie Kursteilnehmer beim TuS Hiltrup 2017. Denn die warten händeringend auf den Ausbau des TuS-Zentrums mit einer Nutzfläche von 550 Quadratmetern.

Mehrere Umkleiden mit Duschräumen, Lichthof, Spinning-Halle sowie zwei Sporthallen sollen entstehen. Denn das Raumprogramm von Münsters größtem Sportverein platzt aus allen Nähten. Interessierte Kursteilnehmer „sprengen“ selbst die Wartelisten.

Beschlossen wurde der Ausbau des TuS-Zentrum bei vier Enthaltungen einstimmig bereits im Dezember 2015. Eine Fertigstellung wurde von TuS-Präsident Georg Berding zunächst für den Herbst 2016, dann für den Sommer 2017 datiert. Passiert ist bis heute gar nichts. Einziger Nutznießer ist die Natur, denn die zu bebauende Wiese erfreut sich bester Blüte.

Auf diese Wiese soll der Anbau hin.

Auf diese Wiese soll der Anbau hin. Foto: Peter Sauer

Was ist los? Das wollten wir von TuS-Sprecher Dieter Strohwald wissen und erwischten ihn telefonisch während seines Urlaubs, radelnd in den Niederlanden. „Wir würden gerne sofort loslegen“, betonte er. „Der Grund für die Verzögerung ist ein Darlehensauftrag an die NRW Bank in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Da kommt die Bank bislang nicht aus den Puschen.“ Der TuS-Sprecher vermutet, dass offenbar aufgrund des derzeit niedrigen Zinssatzes zu viele Sportvereine Darlehensanträge gestellt haben und es so zu einem Vergabestau komme.

Ein weiteres Problem sieht Strohwald in der Politik. „Die zuständigen Posten im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport gingen ja durch die NRW-Wahl von der SPD zur CDU über. Offenbar läuft der Personalwechsel noch nicht rund.“

Der TuS wartet dringend auf grünes Licht. Immer mehr Teilnehmer für den Bereich Reha- und Gesundheitssport müssen abgewiesen werden, weil es an Räumen mangelt.

Dass der Anbau des TuS-Zentrums seine Kosten erwirtschaften werde, daran lässt der Verein keinen Zweifel. Dafür werde ein siebentägiger Belegungsplan für die neuen Sporthallen im TuS-Zentrum sorgen, so Strohwald. Und die übervollen Wartelisten interessierter Kursteilnehmer. Wenn das nicht Anreiz genug ist – für die Banker und Politiker.

Nix passiert.

Nix passiert. Foto: Peter Sauer

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