Besuch auf der Hiltruper Wache
Immer mehr Einsätze am Wochenende: „Die Polizisten fehlen dann“

Münster-Hiltrup -

„Die Hiltruper fühlen sich sicher“, sagt Alexander Hube. Er leitet den Bezirks- und Schwerpunktdienst Süd. Insgesamt würde sich der Stadtteil aber mehr Polizeipräsenz im Alltag wünschen. Doch das ist derzeit nicht so einfach – „wegen der „großpolitischen Lage“.

Dienstag, 25.07.2017, 16:07 Uhr

Im Herz der Hiltruper Wache: Dieter Tüns (v.l.) von der Bezirksverwaltung Hiltrup und Bezirksbürger Joachim Schmidt informierten sich bei Alexander Hube über die Sicherheitslage im Stadtteil. Hube leitet die Hiltruper Wache seit dem Frühjahr 2016.
Im Herz der Hiltruper Wache: Dieter Tüns (v.l.) von der Bezirksverwaltung Hiltrup und Bezirksbürger Joachim Schmidt informierten sich bei Alexander Hube über die Sicherheitslage im Stadtteil. Hube leitet die Hiltruper Wache seit dem Frühjahr 2016. Foto: mlü

Die Polizei zeigt wegen der anhaltenden Anschlaggefahr bei zahlreichen Großveranstaltungen Präsenz. Auch bei jedem Preußen-Spiel im Stadion an der Westfalenstraße sind Hiltruper Polizisten mit von der Partie. Das Problem: Die Beamten, die immer häufiger am Wochenende unterwegs sein müssen, „fehlen dann unter der Woche“, gibt der Dienstellenleiter zu bedenken.

Aufgrund der Anschlaggefahr musste außerdem ein größerer Tresor für die Wache an der Patronatsstraße angeschafft werden – ein gesicherter Waffenschrank für die Maschinenpistolen und die passende Munition.

Bei der Polizei gibt es einen demografischen Wandel. Viel Personal wurde zu Zeiten des RAF-Terrors eingestellt, berichtet Hube , später kamen dann aber immer weniger Kollegen neu dazu. Die Alterspyramide der Polizei hat nun also ein Plateau. „Früher haben wir es hinbekommen, dass die älteren Kollegen einen Büroplatz bekommen“, das geht heute nicht mehr.

Die Polizeiwache an der Patronatsstraße wurde bereits mehrfach attackiert. Spektakulär war der Wurf eines Silvesterböllers durch ein Fenster in das Gebäude hinein. Vor knapp einem Jahr beschmierten Unbekannte außerdem fünf Streifenwagen mit Parolen. Die Täter blieben unbehelligt. Mittlerweile hat die Hiltruper Polizei aufgerüstet.

Mit einer hochauflösenden Videokamera „könnten wir sogar nachts draußen die Zeitung im Restlicht lesen“, berichtet Hube. Es gibt nur ein Problem: Die neue Kamera hat nur die Parkplätze direkt vor der Wache im Visier, dort finden aber nicht alle Streifenwagen Platz. Ein Wagen parkt woanders und bleibt unbeobachtet. Bei einem Besuch des Bezirksbürgermeisters Joachim Schmidt versprach der Leiter der Bezirksverwaltung Hiltrup, Dieter Tüns, dabei zu helfen, mehr (Park-)Platz vor der Tür zu schaffen.

Nachbarschaftshilfe sozusagen: Die Polizei und die Bezirksverwaltung Hiltrup arbeiten an der Patronatsstraße Tür an Tür. Weil beide Häuser aus einem Guss sind, sind auch die Probleme gleich: Im Sommer wird es auf der Südseite einfach viel zu heiß – jetzt wollen sich Nachbarn über Lösungen austauschen.

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