Aktionstag der Gemeindediakonie informiert über Unterstützungsangebote
„Demenz schafft man nicht alleine“

Münster-Hiltrup -

„Pflegende Angehörige dürfen nicht warten, bis das Kartenhaus über ihnen zusammenbricht. Demenz schafft man nicht alleine“, lautet die Warnung von Gisela Riedel. Mit einem Aktionstag am 30. August will die Gemeindediakonie Hiltrup für dieses Thema sensibilisieren.

Freitag, 11.08.2017, 06:08 Uhr

Frühzeitig die Augen nach Unterstützungsangeboten offen halten: Dazu raten (v.l.) Theresia Nimpsch und Gisela Riedel. Mit einem Aktionstag wollen sie es betroffenen Angehörigen und Interessierten einfach machen.
Frühzeitig die Augen nach Unterstützungsangeboten offen halten: Dazu raten (v.l.) Theresia Nimpsch und Gisela Riedel. Mit einem Aktionstag wollen sie es betroffenen Angehörigen und Interessierten einfach machen. Foto: mlü

In der Veranstaltung werden aus verschiedenen Perspektiven die Erkrankung sowie Erfahrungen von Angehörigen beleuchtet und qualifizierte Unterstützungsangebote in Hiltrup und Münster vorgestellt. Es geht zum Beispiel auch darum, was den Alltag von demenziell erkrankten Menschen bereichern kann. „Ich kenne eine Patientin, die früher gemalt hat und das auch jetzt noch macht – die Bilder haben sich verändert, ja, aber das Malen bleibt ihr Lebenselixier“, erzählt Theresia Nimpsch von der Diakonie Münster.

Patentrezepte gibt es nicht. Jeder Demenzkranke ist anders. „Aber wenn man weiß, wo man anfangen kann, fällt es leichter, einen lebensnahen Umgang zu finden.“ Doch die Tipps der Profis kommen noch zu selten bei den Angehörigen an – „Demenz bliebt ein Tabuthema, häufig stehen die Angehörigen alleine da.“ Ein guter Anfang ist zum Beispiel eine gehörige Portion Gleichmut. „Wenn ein Demenzkranker seine Regenjacke in der Wohnung nicht ausziehen will, dann bringt es nichts, ihn dazu zu zwingen.“ Die einfachste Lösung ist: Den Menschen einfach mal machen lassen. Zehn oder 15 Minuten später löst sich das Problem oft ganz alleine. „Und er zieht die Regenjacke selber aus.“

Termin

Der Aktionstag zum Thema „Demenz“ findet am 30. August von 15 bis 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus an der Hülsebrockstraße statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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Wie erreicht man Menschen mit Demenz in ihrer Lebenswelt? Dazu referiert am Aktionstag Cornelia Domdey vom Gerontopsychiatrischen Zentrum der Alexianer. Wie bestimmte Angebote den Alltag von Demenzerkrankten bereichern, berichtet eine betroffene Angehörige.

Gärten sprechen die Sinne an und wecken insbesondere bei der Kriegs- und Nachkriegsgeneration Erinnerungen an die Zeiten, als das Gemüse aus dem eigenen Garten kam. Über spezielle Gärten für Menschen mit Demenz berichtet die Landschaftsgestalterin Ilse Copak.

Im Anschluss gibt es einen „Markt der Möglichkeiten“, auf dem sich Vereine, betreuungsgruppen und Beratungsangebote präsentieren.

Wer die Veranstaltung nicht alleine, sondern mit einem Kulturbegleiter besuchen möchte, kann sich an das Projekt „Komm mit“ des Seniorenforums wenden, ✆ 0 25 01 / 166 97.

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