Museum gestaltet Kalender
Hiltrup in historischen Ansichten

Münster-Hiltrup -

Das Hiltruper Museum bringt erstmals einen Bildkalender mit historischen Ansichten heraus und greift tief in die Bilderschatz seines Archivs.

Mittwoch, 23.08.2017, 12:08 Uhr

Den Kalender präsentieren Rita und Hans Muschinski.
Den Kalender präsentieren Rita und Hans Muschinski. Foto: Grottendieck

Es ist noch einiges hin bis zum Jahreswechsel, die ersten Kalender für das Jahr 2018 gibt es dennoch bereits zu kaufen. Erstmals mischt das Hiltruper Museum auf diesem großen Markt mit. „Historische Ansichten aus Hiltrup“, heißt ein Bildkalender für das Jahr 2018, den es ab sofort an ausgewählten Verkaufsstellen zu erwerben gibt.

Bekanntlich verfügt das Hiltruper Museum über einen durchaus beachtlichen Bilderschatz. Hans Muschinski, der Vorsitzende des Vereins, und seine Ehefrau Rita Muschinski haben tief ims Archiv gegraben und sehenswerte Motive zu Tage gefördert.

Ausgewählt wurden ältere Fotografien, die den Betrachter vielfach staunen lassen über dieses so überschaubare Hiltrup, das sich stets als vielfältig und überraschend wandelbar zu präsentieren wusste.

Wandelbar deshalb, weil man sich heute vieles nicht mehr vorstellen kann, was auf den alten Fotos dokumentiert ist. Am Steiner See etwa hat es für einige Jahre eine eigene Bahnhaltestelle gegeben, die schließlich in der 1960er Jahren als erste in Münster geschlossen wurde, weil sich das Automobil als bevorzugtes Verkehrsmittel immer mehr durchsetzte.

Nicht wieder zu erkennen ist – da erzählt man nichts Neues –, ist die Marktallee, die vor gut 100 Jahren noch ein unbefestigtes Sandpättken war, das geradewegs zwischen Wacholder- und Ginsterbüschen die neue Clemenskirche und den Bahnhof verband. Bereits früh säumten einige markante Gebäude, darunter die längst verschwundene Villa Schenking, diesen Weg. Von der Kirche ist übrigens eine Innenansicht mit der ursprünglichen neoromantischen Ausmalung zu sehen.

„Wir haben uns bewusst für eine Mischung entschieden“, erklärt Rita Muschinski. „Wir wollten uns nicht auf ein einzelnes Thema konzentrieren.“ Denn was ist typisch Hiltrup gewesen?

Ein Bauerndorf, wie das Bild der Wäsche waschenden Frauen am Emmerbach nahelegt? Oder ist Hiltrup nicht eher der aufstrebende Industrieort im Landkreis Münster gewesen, der von Max Winkelmanns Farbenfabrik Glasurit und anderen Industrieunternehmen geprägt wurde? Der Heimatpfleger Münsters und langjährige WN-Redakteur Heinrich Füser hat Ende der 1950er Jahren eine einprägsame Formel gefunden. „Dicht binen Fabrik und Plog“ sei Hiltrup, von der Industrie wie von der Landwirtschaft geprägt.

Schulen, Straßen, Häuser sind abgebildet. Ebenso die Bauarbeiter vor dem Kloster der Missionare, als es sich Rohbau befand. Alt-St. Clemens darf nicht fehlen, dieses besondere Kleinod, das zugleich das älteste Gebäude des Ortes ist. Und wer mag sich noch daran erinnern, dass die Gaststätte im Hiltruper Hof an der Westfalenstraße einst „Nordpol“ hieß? Eisbären waren da nicht allzu fern.

Der Kalender im DinA3-Format, der in Kooperation mit der Kalender-Manufaktur Verden entstand, ist ab sofort für 19,50 Euro erhältlich. Der Verkauf erfolgt über die Hiltruper Buchhandlung, das Schreibwarengeschäft Westerholt, das Kaufhaus Burgholz, „Schreib + Spiel“ am Osttor sowie über die Stadtteilbücherei St. Clemens.

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