Neun Monate in Ecuador
Schule in luftiger Höhe

Münster-Hiltrup -

Die Hiltruperin Tabea Schulze Pals hat neun Monate in Ecuador gelebt. Für unsere Zeitung berichtet sie aus ihrem Alltag in luftiger Höhe.

Sonntag, 27.08.2017, 13:08 Uhr

„Die strahlenden Augen und das Lächeln der Kinder haben mich jeden Tag aufs Neue berührt“, sagt Tabea Schulze Pals. Neun Monate hat sie in Ecuador Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterrichtet.
„Die strahlenden Augen und das Lächeln der Kinder haben mich jeden Tag aufs Neue berührt“, sagt Tabea Schulze Pals. Neun Monate hat sie in Ecuador Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterrichtet.

Auf 3600 Meter Höhe inmitten der Anden gab Tabea Schulze Pals im Rahmen eines Freiwilligendienstes Schulunterricht in Englisch und Biologie. Außerdem organisierte sie für den Verein „stupor mundi“ Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene:

„Ich schlage meine Augen auf. Es ist 7 Uhr – Zeit zum Aufstehen. Langsam schäle ich mich aus meinem warmen Schlafsack und betrete den kühlen Wohnraum unseres kleinen Hauses. Auf 3600 Meter Höhe kann es nachts auch am Äquator empfindlich kühl werden. Doch der schöne Blick aus dem Fenster auf schneebedeckten Vulkan Chimborazo lässt mich die Kälte schnell vergessen. So startete ich häufig in den Tag.

Gemeinsam mit meiner Mitfreiwilligen Stefanie Czaika wohne ich in dem kleinen Dorf El Salado inmitten der Anden. Das Dorf gehört zur indigenen Gemeinde Llangahua . Vormittags findet der Englisch- und Biologie-Unterricht in der Schule statt. Nachmittags führen wir die Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene meistens in unserer „Hospedería“ (dem Gasthaus) durch. Das Gasthaus ist auch gleichzeitig Steffis und mein Zuhause.

Der Unterricht findet auf Spanisch und Kichwa, der indigenen Sprache der Einheimischen, statt. Die Schüler begrüßen uns mit „Good morning Estefi and Sofia!“. Da die Aussprache meines Vornamens Tabea für viele Ecuadorianer schwierig ist, werde ich von den Kindern mit meinem zweiten Vornamen Sophie angesprochen.

Alle Dorfbewohner sind in der Landwirtschaft aktiv. Aus diesem Grund sind die Kinder schon früh mit Ackerbau und Viehzucht vertraut. Nach 80 Minuten ist die Doppelstunde vorbei, und die Kinder laufen vergnügt in die Pause. Jeden Tag werden sie von der Köchin mit einem Mittagessen versorgt. Suppe und Reis sind Bestandteil jeder ecuadorianischen Mahlzeit. Wer es sich leisten kann, isst Hühnchen dazu. Nur zu besonderen Anlässen wird Meerschweinchen serviert – eine Delikatesse in den Anden.

Nachmittags bieten wir zum Beispiel einen Lese-Kurs oder unsere beliebte Welt-AG an. Der kleine Hase Felix reist dabei jede Woche in ein anderes Land und schickt von dort eine Postkarte mit Flagge. Momentan befindet er sich in China und erzählt von der außergewöhnlichen Schrift der Chinesen. Diese möchten die Kinder sofort ausprobieren, und sie pausen mit Begeisterung die Zeichen für Liebe, Glück und Freundschaft ab. So lernen die Kinder die Welt kennen. Gespielt wird aber auch: Holzeisenbahn, Puzzles, Mandalas oder Gesellschaftsspiele. Bei gutem Wetter geht es nach draußen.

Ich habe die neun Monate in Ecuador sehr genossen. Die Freundschaften und Erfahrungen, die ich dort erleben durfte, haben mich bereichert. Das Leben ist einfach, die Menschen wirken auf mich aber trotzdem zufrieden. Die strahlenden Augen und das Lächeln der Kinder haben mich jeden Tag aufs Neue berührt.“

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