„Das Vorbild ist so wichtig“
Polizei gibt Verkehrstipps zum Schulstart – und ermahnt zur Rücksicht

Münster-Hiltrup -

Die Polizei hat sich die Kreuzung an der Meesenstiege bei der Ludgerusschule ganz bewusst für ihre Präventionsaktion ausgesucht. Die Schule geht wieder los und die Verkehrssituation ist hier für Kinder sehr komplex.

Mittwoch, 30.08.2017, 19:08 Uhr

Adrienne (r.) wird heute eingeschult – der Verkehrssicherheitsberater Christoph Becker lobt sie: „Toll, dass Du einen Helm trägst!“ Er empfiehlt ihr, lieber die Ampeln an der Meesenstiege zu nehmen, anstatt die Querungshilfe direkt daneben
Adrienne (r.) wird heute eingeschult – der Verkehrssicherheitsberater Christoph Becker lobt sie: „Toll, dass Du einen Helm trägst!“ Er empfiehlt ihr, lieber die Ampeln an der Meesenstiege zu nehmen, anstatt die Querungshilfe direkt daneben Foto: mlü

„Das gibt es doch nicht“, sagt Christoph Becker von der Polizei. Gleich drei Beamten verteilen an der Meesenstiege Handzettel und haben die Kreuzung vor der Ludgerusschule fest im Blick. Trotzdem schiebt eine Frau ihr Fahrrad ungerührt bei Rot über die Straße. Der Verkehrssicherheitsberater lässt alles stehen und liegen und spurtet los. „Sie bleiben jetzt stehen!“, ruft er der Frau auf halben Weg entgegen. Strafe zahlen muss die Verkehrssünderin allerdings nicht – „wir sind für die Köpfe hier, nicht wegen der Portemonnaies“, sagt Becker.

„Die Erwachsenen haben eine Vorbildfunktion, das ist so wichtig“, pflichtet seine Kollegin Martina Habeck bei. Warum sie sich gerade heute und ausgerechnet an die Meesenstiege gestellt haben? „Wir haben uns diese Kreuzung bei der Ludgerusschule ganz bewusst ausgesucht. Die Schule geht wieder los und die Verkehrssituation ist hier für Kinder sehr komplex.“ Die Straße ist viel befahren, es gibt eine Ampel, eine Querungshilfe, eine Bushaltestelle. „Da kommt einfach viel zusammen.“

Wer nur ein bisschen länger an der Kreuzung steht, kann eine Strichliste mit Verkehrsvergehen führen: „Das ist der Hammer“, schüttelt der Polizeibeamte Becker den Kopf. Aber auch nicht alles, was erlaubt ist, ist auch optimal. Viele Radfahrer fahren wenige Meter von der Ampel entfernt über die Straße, sobald sich eine Lücke im Verkehr ergibt. Das ist erlaubt. „Aber besser wäre es, sie würden die Ampel nehmen – damit die Kinder es sich richtig abgucken“, sagt Oberkommissarin Martina Habeck.

Eltern rät sie, den Schulweg gemeinsam mit den Kindern einzustudieren – auch hier gilt: „Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste.“ Die Kinder immer nur mit dem Auto zur Schule zu bringen, kann die Oberkommissarin, selber Mutter, nicht empfehlen. „Irgendwie muss das ja alles eingeübt werden.“

Autofahrern überreicht sie eine Bremswegtabelle – wer mit Tempo 30 unterwegs ist, braucht immer noch bis zu 17 Meter, um den Wagen anzuhalten. „Kinder schätzen Geschwindigkeiten und Abstände oft falsch ein“, so Habeck. Als Autofahrer ist man also gut beraten, vorsichtig zu fahren.

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