Knusperhäuschen für guten Zweck
Kann man das essen?

Münster-Hiltrup -

Seit 68 Jahren baut die Familie Gerritzen ein Knusperhäuschen für die Kinder im Vinzenzwerk in Handorf. Erstmals hat André Gerritzen dieses im Schaufensters eines Eiscafés an der Marktallee vor Publikum getan.

Freitag, 01.12.2017, 21:12 Uhr

„Jetzt mache ich noch etwas Schnee.“ Mit etwas Puderzucker dekoriert André Gerritzen sei Knusperhäuschen, das in den vergangenen Wochen im Eiscafé Martini entstanden ist. Gebaut hat er es für einen guten Zweck.
„Jetzt mache ich noch etwas Schnee.“ Mit etwas Puderzucker dekoriert André Gerritzen sei Knusperhäuschen, das in den vergangenen Wochen im Eiscafé Martini entstanden ist. Gebaut hat er es für einen guten Zweck. Foto: gro

Wenn man das nicht mit Liebe macht, dann werden aus flüssigem Zuckerguss nie und nimmer diese unglaublich feinen Eiszapfen an dem Spitzdach des bunt verzierten Knusperhäuschens.

Die vielen Süßigkeiten und Leckereien lassen sich recht leicht befestigen. Flüssiger Zuckerguss wirkt wie Klebstoff. Die Eiszapfen aber hat André Gerritzen Schicht um Schicht auftragen müssen. „Und immer schön abtropfen lassen“, macht er aus seinem Erfolgsrezept kein Geheimnis. Für den Fall, dass jemand so etwas nachmachen will.

Mit Schnelligkeit und Geschick ist es nicht allein getan. Geduld ist gefragt. Nach wochenlangen Arbeiten im Schaufenster des Eiscafés Martini an der Marktallee ist das Werk vollbracht. Ein Schmuckstück ist es geworden, ist bei der Bauabnahme allenthalben zu hören. Zaungäste und Passanten, die neugierig geworden sind, haben das Wachsen und Werden mit Interesse verfolgt und den Baumeister mit Fragen gelöchert.

„Kann man das ganze Haus essen?“ Oder: „Kann man davon ein Stück kaufen und mit nach Hause nehmen?“ André Gerritzen hat immer wieder mit Engelsgeduld erzählt, dass es das Knusperhäuschen nicht zu kaufen gibt. Weder komplett noch in Teilstücken. Es wird verschenkt. Die Kinder des Kinderkeimes Vinzenzwerk in Handorf werden es bekommen, wie es schon seit 68 Jahren gute Tradition ist.

Münsters Fußballlegende Felix „Fiffi“ Gerritzen hat sie ins Leben gerufen. Sein Sohn André Gerritzen führt sie in zweiter Generation weiter. Jahr für Jahr wird an Heiligabend ein reich verziertes Kunststück zum Vinzenz­werk gefahren – und wie immer wird es für viel Freude und leuchtende Augen sorgen. Wenn es dann zur Plünderung freigegeben ist, braucht es keine 15 Minuten, bis das Dach leer gefegt ist, als wäre ein Tornado drüber hinweggefegt. Lediglich die Spekulatius, die in den Wochen steinhart geworden sind, bleiben übrig.

Anfang November hatte sich André Gerritzen ans Werk gemacht, erstmals in aller Öffentlichkeit das Knusperhäuschen zu verzieren. Er fand es wahnsinnig spannend. Damit meint er nicht nur die vielen Gespräche. Auch die Reaktionen der Passanten vor der Fensterscheibe. „Wann hält schon jemand an, weil er etwas im Schaufenster gesehen hat?“, fragt er. Vor seinem Knusperhäuschen haben es die Menschen ständig getan. Die Großen wie die Kleinen.

Das ganze Wochenende ist das Werk noch im Eiscafé Martini zu sehen.

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