Verkehrssicherheit
Mehr Rücksicht auf Schulkinder

Münster-Hiltrup -

Kinder sind die schwächsten Teilnehmer am Straßenverkehr. Deshalb setzt sich jetzt die Elternpflegschaft der Ludgerusschule besonders für sie ein.

Freitag, 23.02.2018, 15:02 Uhr

Tempo 30 will die Schulpflegschaft der Ludgerusschule an der Meesenstiege. Deren Vertreter Dr. Stephan Renners (2.v.r.) und Daniel Werner (2.v.l.) stellten den Elternbeschluss zum Schutz der Ludgerus-Schüler Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (Mitte), dem Leiter der Ludgerus-Schule, Gerd Krützmann (l.), und Dieter Tüns (r.), Leiter der Bezirksverwaltung Hiltrup, vor.
Tempo 30 will die Schulpflegschaft der Ludgerusschule an der Meesenstiege. Deren Vertreter Dr. Stephan Renners (2.v.r.) und Daniel Werner (2.v.l.) stellten den Elternbeschluss zum Schutz der Ludgerus-Schüler Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (Mitte), dem Leiter der Ludgerus-Schule, Gerd Krützmann (l.), und Dieter Tüns (r.), Leiter der Bezirksverwaltung Hiltrup, vor. Foto: pesa

„Da ist es wieder passiert!“ Daniel Werner ärgert sich. Gerade auf dem Weg zu einem Gespräch mit Bezirksbürgermeister Schmidt zum Thema „Mehr Sicherheit auf dem Schulweg“ fährt ein Autofahrer bei Rot über die Ampel an der Ecke Meesenstiege/Ludgerusschule. „Nicht auszudenken, wenn Kinder jetzt über die Straße gelaufen wären“, wurmt es den Familienvater.

Einen Grund mehr gemeinsam mit Dr. Stephan Renners den einstimmigen Beschluss der Schulpflegschaft öffentlich zu machen: „Wir wollen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 auf 30 Stundenkilometer auf der Meesenstiege zwischen Wielandstraße und An der Alten Kirche.“ Alle Eltern der Ludgerusschule wurden angeschrieben, Eltern von 193 Schülern meldeten sich zurück. Über 80 Prozent von ihnen wünscht sich die Temporeduzierung, damit der Schulweg sicherer wird.

Schulpflegschaftssprecher Dr. Stephan Renners erinnert daran, das nach der ersten Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung eine innestädtisch streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer auch auf Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundes-, Landes-, Kreisstraßen) im unmittelbaren Bereich von an diesem Straßen gelegenen Kindergärten, Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen angeordnet werden kann. Als in Münster bereits praktiziertes Beispiel nannte er Reduzierungen an der Mond- beziehungsweise an der Kanalstraße. Zudem sei eine Temporeduzierung wichtig, weil aufgrund der neuen Autobahnzufahrt der Verkehr insgesamt, und im speziellen auch der Schwerkraftverkehr, auf der Meesenstiege zunehmen würde. „Wir wollen uns dafür einsetzen, das es sicherer wird“, ergänzte Familienvater Daniel Werner.

Auch ein wichtiger Schulweg: Die Strecke entlang des 37 Grad und des Solitärschulgebäudes hin zur Ampel an der Meesenstiege.

Auch ein wichtiger Schulweg: Die Strecke entlang des 37 Grad und des Solitärschulgebäudes hin zur Ampel an der Meesenstiege. Foto: Peter Sauer

Dieter Tüns, Leiter der Bezirksverwaltung und Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt verstehen die Eltern: „Wir werden ihre Belange so gut wie möglich transportieren und uns eng mit dem Ordnungsamt und der Polizei beraten.“ Tüns gab aber zu bedenken, das die Meesenstiege bereits zahlreiche sichere und stressfreie Übergänge für Schüler aufweise. „Ja, wenn sich die Autofahrer auch an die Regeln halten würden“, erwiderte Werner.

Desweitern macht sich die Schulpflegschaft dafür stark, ein Schild „Verkehrshelfer“ aufzustellen und einen Schülerlotsendienst durch Eltern zuzulassen. Eine aktive Beteiligung an einem solchen Lotsendienst bieten rund zwölf Prozent der Eltern an. Dieter Tüns regt an, dass auch Senioren aus der Nachbarhaft sicher gerne Lotsendienste übernehmen würden. Grundsätzlich habe ihm Werner Schulik vom Ordnungsamt der Stadt schon signalisiert, das man gemeinsam mit der Polizei für die Lotsen die entsprechende Ausstattung wie Westen, Kellen, Mützen bereitstellen wolle. „Einzige Voraussetzung ist es, das genügend Lotsen da sind“, erläuterte Tüns.

Außerdem wünschen sich die Eltern eine regelmäßige Polizeipräsenz zwischen 7.30 und 8 Uhr mit Geschwindigkeitskontrollen auf der Meesenstiege. „Hier wird viel zu schnell gefahren“, ärgert sich Dr. Stephan Renners.

Eine Aufstellung eines Dialogdisplays wäre doch sinnvoll. „Ja, aber dann nur temporär“, ergänzt Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt, „dann ist die Abschreckung größer“.

Zudem empfehlen die Eltern eine neue Regelung der Zuwegung auf dem Parkplatz des „E-Center“. Es soll künftig keine gemeinsame Ein- und Ausfahrt mehr geben. Stattdessen soll die Einfahrt nur noch vorne an der Meesenstiege verfolgen, die Ausfahrt nur noch im hinteren Bereich. So würde der Schulweg für die LudgerusSchüler sicher.

Insgesamt werben die Eltern und Schulleiter Gerd Krützmann dafür, das auch die Eltern ihren Autoeinsatz verringern: „Alle Schüler sollen möglichst zu Fuß oder mit per Rad kommen!“

Möglicherweise werden alle Anfragen der Elternpflegschaft der Ludgerus-Schule bereits in der kommenden BV-Sitzung am 6. März Thema sein, kündigte Joachim Schmidt an – wenn die Eltern ihren Antrag (mindestens bis eine Woche vorher) einreichen würden .

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