Stadtentwicklung in Hiltrup-Ost
Kirche bietet Grundstücke an

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Für Hiltrup-Ost zeichnen sich neue Perspektiven ab. Die Kirchengemeinde kann sich vorstellen, sich von eigenen Liegenschaften zu trennen, um die Entwicklung eines kleinen Zentrums in Hiltrup-ost zu ermöglichen.

Freitag, 02.03.2018, 09:03 Uhr

Rund um die St.-Marien-Kirche verfügt die katholische Pfarrei St. Clemens über diverse Grundstücke. Um die Entstehung eines Zentrums in Hiltrup-Ost zu ermöglichen, will sie diese Grundstücke durchaus mit einbringen.
Rund um die St.-Marien-Kirche verfügt die katholische Pfarrei St. Clemens über diverse Grundstücke. Um die Entstehung eines Zentrums in Hiltrup-Ost zu ermöglichen, will sie diese Grundstücke durchaus mit einbringen. Foto: gro

Sowohl die katholische wie auch die evangelische Kirchengemeinde wollen Grund und Boden zur Verfügung stellen, damit wohnortnah altengerechte Wohnungen entstehen können. Für Hiltrup-Ost zeichnen sich sogar deutlich weitergehende Perspektiven ab.

Für die katholische Kirche erklärte Pfarrer Mike Netzler in einem Gespräch mit Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt die Bereitschaft, Flächen aus Kirchenbesitz zur Verfügung zu stellen, um gemeinsam mit der Stadt Münster ein Zentrum für Hiltrup-Ost zu entwickeln. „Wir können etwas einbringen, die Stadt kann etwas einbringen“, sagte Netzler wörtlich.

Doch der Reihe nach: In Hiltrup-Ost wird in Kürze das ehemalige Pfarrhaus am Loddenweg 10 abgerissen. Es steht seit Jahren leer. Es sollen eine Tages- und Begegnungsstätte entstehen. Zugleich werden 16 altengerechte Wohnungen durch einen Investor gebaut. „Das wird kommen“, bekräftigte Pfarrer Mike Netzler nochmals, ohne bereits Termine und Daten zu nennen.

Aus seiner Sicht könnte das ein Auftakt zu etwas Größerem sein. „16 altengerechte Wohnungen decken nicht den Bedarf in Hiltrup-Ost“, sagt Netzler mit Blick auf die altersmäßige Zusammensetzung der Bevölkerung. Im Gespräch mit unserer Zeitung fordert Netzler daher, dass man endlich beginnen müsse, über Hiltrup-Ost grundsätzlich nachzudenken.

Er fordert nicht weniger als eine städtebauliche Initiative für den Stadtteil. Es gebe viele offene Fragen, für die man gemeinsam mit der Politik Antworten finden müsse. Es reiche nicht aus, sagte der Pfarrer, lediglich über Einzelfragen nachzudenken. „In Hiltrup-Ost geht es eigentlich um alles“, sagt Netzler wörtlich.

Daher wolle die Kirchengemeinde – auch in Verantwortung für den gesamten Stadtteil – mitwirken, dass endlich „das kleine Zentrum in Hiltrup-Ost entsteht, das bislang nie entstanden ist“, wie Netzler sagt.

Benötigt würden Einkaufsmöglichkeiten, altengerechte Wohnungen und Möglichkeiten zu Treffen und Begegnungen. Diese städtebauliche Initiative sei „unabhängig von den geplanten Baugebieten“ zu sehen.

Wenn die Stadt in Kürze am Osttor die provisorischen Unterkünfte für Flüchtlinge aufgebe, müsse sie sich fragen, wie sie das Areal weiter entwickeln wolle. Um hier neue Perspektiven zu eröffnen, sei der Vorstoß der Kirchengemeinde erfolgt: „Bestimmte Projekte werden erst konkret, wenn die nötigen Flächen da sind“, ist der Pfarrer überzeugt.

Dass damit größere Veränderungen auch für die Kirchengemeinde verbunden sein können, daran lässt er keinen Zweifel. Es geht um mehr als die Wiese vor dem Kirchgebäude. Es geht um die Zukunft dieses Gebäudes. „So eine Frage ist eine legitime Folge davon“, erklärt er zu den möglichen Konsequenzen seines Vorstoßes.

So überraschend und neu sind die Überlegungen des Pfarrers keineswegs: Bereits in dem lokalen Pastoralplan, den die Pfarrei St. Clemens Ende 2017 beschlossen hat, finden sich Aussagen zur Zukunft der St.-Marien-Kirche. Im Licht der jetzigen Aussagen wirken sie dringlicher denn je.

Das steht im Pastoralplan

An der künftigen Entwicklung des Stadtteils Hiltrup-Ost will die Pfarrei St. Clemens nach eigener Aussage aktiv mitwirken. Bereits im Pastoralplan finden sich dazu klare Aussagen. Sogar von einem „Quartier am Lodden“ ist die Rede:

„An der St. Marien-Kirche sind in naher Zukunft keine Bauarbeiten vorgesehen. Die Kirchengemeinde möchte an der Zukunft des Stadtteils Hiltrup-Ost mitwirken und kann sich ein Projekt Quartier am Lodden sehr gut vorstellen. Eine solche Quartiersentwicklung bedarf umfassender Planungen und Zeit. Ob sich unsere Anforderungen für Gottesdienste und Versammlungen im aktuellen Bestand oder in anderer Form erfüllen müssen, ist heute noch nicht absehbar.“

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5560294?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F138%2F
Kobylanski-Gala als Krisenbremse
Küsschen für... ja für wen denn? Doppelpacker Martin Kobylanski feiert mit Vorbereiter Rufat Dadashov den Führungstreffer.
Nachrichten-Ticker