Neue Porzellan-Ausstellung im Hiltruper Museum
Tischkultur aus 150 Jahren

Münster-Hiltrup -

Sein Hobby hatte Peter Daum schon früh gefunden. Mit elf Jahren tauschte er seine Guppies gegen einen Biedermeier-Kerzenleuchter aus und startete damit eine einzigartige Sammlung.

Sonntag, 04.03.2018, 18:03 Uhr

Einzigartige Porzellanservices und seltene Exponate sind bis zum 29. Juli im Hiltruper Museum zu sehen. Mehr als 500 Exponate stellen der Museumsleiter (v.l.) Hans Muschinski sowie die Geschwister und Sammler Rainer-Ludwig Daum und Peter Daum aus.
Einzigartige Porzellanservices und seltene Exponate sind bis zum 29. Juli im Hiltruper Museum zu sehen. Mehr als 500 Exponate stellen der Museumsleiter (v.l.) Hans Muschinski sowie die Geschwister und Sammler Rainer-Ludwig Daum und Peter Daum aus. Foto: Kretzschmar

Plauer Geschirr, seltene Chelsea-Vögel und farbenfrohe Sammeltassen zieren eine der Vitrinen im Hiltruper Museum. Am Sonntag war Eröffnung der Ausstellung „Der gedeckte Tisch“ mit Porzellan und Tischkultur aus 150 Jahren. Die Ausstellung ist bis zum 29. Juli zu sehen. Museumsleiter Hans Muschinski freute sich über die Besucher, die trotz der Glättegefahr gekommen waren, um diese einzigartige Sammlung mit mehr als 500 Exponaten zu sehen.

Dominiert wird die Ausstellung von Werken des im Jahre 1897 geborenen Porzellanmalers August Roloff, der später seine eigene Firma in Münster gründete. Besonders in den 1920er und 1930er Jahren entwickelte er eigene Porzellanformen, die er bei Carl Tielsch in Schlesien produzieren ließ.

Der Vorsitzende des Porzellanmuseums Münster, Rainer-Ludwig Daum, ist seit seinem 17. Lebensjahr ein begeisterter Sammler und Kenner des Porzellans und verfügt über eine einzigartige Sammlung von August Roloff.

Über 10 000 Exponate befinden sich im Archiv des Porzellanmuseums, das derzeit ohne Heimat ist. So ist es vorstellbar, welch Mühe und Zeit in die Vorbereitung der Hiltruper Ausstellung gesteckt wurde. „Wir haben zuletzt bis in die Nacht gearbeitet“, nahm er die Besucher mit auf eine punktuelle Zeitreise der letzten 150 Jahre.

Der Betrachter kann Mokkaservices mit verschiedenen Dekors auf sich wirken lassen. Interessant, dass die Alliierten das Auftragen eines Goldrandes bis 1949 verboten hatten und dieser erst wieder in den 1950er Jahren voll zur Geltung kam. Die Ausstellung wirkt nicht zu überladen. Sie lädt zum Kaffeetisch mit einem Service von Bavaria-Elefenbein ein, das sich im Archiv des Hiltruper Museums befindet. Tischkultur wird ebenfalls am Tisch der Porzellanmalerin Hedda Mazoschek demonstriert. Die Hiltruperin verpasste dem weißen Huschreuther Geschirr verschiedenfarbige Ränder. Gleichzeitig verweist sie auf die Porzellanhochzeit. Der Brauch ist, dass am zwanzigsten Hochzeitstag die Suppenterrine durch eine neue ersetzt wird und damit die Sorgen der Vergangenheit weggeschüttet werden.

Bemerkenswert ist der ausgestellte Friedensteller von 1948 der Porzellanmanufaktur Carl Thielsch, die eine Dauerleihgabe des Stadtarchivs Münster ist.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5565996?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F138%2F
Ninlethics in Münster: Im Kampf mit der Schwerkraft
Scheinbar mühelos bewältigen die Teilnehmer der Ninlethics Games in Ninfly an der Robert-Bosch-Straße die Hindernisse.
Nachrichten-Ticker