Kindheit in Hiltrup: Jahrgänge 1951, 1977, 2009, 2013
Manches ändert sich nie

Münster-Hiltrup -

Als Hans-Jürgen Haider zur Grundschule ging, wurde die Milch noch in großen Blechkannen auf einem Pferdewagen ausgeliefert. Trotzdem: Manche Dinge ändern sich nie.

Sonntag, 29.07.2018, 16:09 Uhr

Drei Generationen Hiltrup: Hans-Jürgen Haider (links Foto) wurde vor knapp 60 Jahren an der alten Clemensschule eingeschult. Seine Tochter Melanie Fleischer (Foto oben rechts) hat die Ludgerusschule besucht. Ihr ältester Sohn Ben (Foto unten Mitte) ist auf der Paul-Gerhardt-Schule. Sein Bruder Piet geht noch in den St.-Martin-Kindergarten (Foto unten rechts).
Drei Generationen Hiltrup: Hans-Jürgen Haider (links Foto) wurde vor knapp 60 Jahren an der alten Clemensschule eingeschult. Seine Tochter Melanie Fleischer (Foto oben rechts) hat die Ludgerusschule besucht. Ihr ältester Sohn Ben (Foto unten Mitte) ist auf der Paul-Gerhardt-Schule. Sein Bruder Piet geht noch in den St.-Martin-Kindergarten (Foto unten rechts). Foto: privat

Ob nun er selbst oder seine Tochter Melanie Fleischer – als Kinder haben sie am Liebsten draußen gespielt. „Ich bin am Sternkamp aufgewachsen“, sagt Haider. Damals gab es dort kaum Bebauung und große Wiesen, auf denen man Fußball spielen konnte. An der selben Stelle, nur 26 Jahre später, haben seine Tochter Melanie Fleischer und ihre Freunde später eine kleine, geheime Box vergraben: „Wir waren die fünf Freunde“, schmunzelt sie. „Wie im Kinderbuch. Nur der Hund war imaginär.“ Die Bande löste ihre Detektivfälle meistens am Oeddingteich. Ab und an verschlug es sie auch an den Sternkamp. „Einmal haben wir uns dort mit Sicherheitsnadeln in den Finger gepikst und Blutproben genommen.“ Die kamen dann in eine Metallkiste mit Vorhängeschluss. „Wir haben die Kiste unter einem Baum neben dem Restaurant Casa Argentina vergraben.“ Eine Art Zeitkapsel.

Auch die aktuelle Generation spielt gerne draußen: Ben und Piet Fleischer, Jahrgang 2009 und 2013, können sich nichts Besseres vorstellen, als mit Gummistiefeln loszuziehen. Beide spielen Fußball, wie ihr Opa. „Natürlich beim TuS.“

Und es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten. Lego-Spielzeug gab es auch damals schon. „Nur nicht diese vielen verschiedenen Steine wie heute“, betont Hans-Jürgen Haider. Lambertus und St. Martin wurde damals wie heute im Kindergarten und in der Grundschule groß gefeiert. Genau wie der Opa und die Mutter sind auch Ben und Piet Mitglied einer Hiltruper Jugendgruppe. Hans-Jürgen Haider hat bei der „Jungschar“ von St. Clemens mitgemacht. Melanie Fleischer und ihre Söhne fühlen sich dem Pfadfinderstamm Rochus Spiecker verbunden. „Ich bin Wölfling. Wir fahren bald ins Sommerlager“, erzählt Ben.

Seit vier Generationen lebt die Familie nun schon ununterbrochen in Hiltrup. Geändert haben sich in den Kindheitserzählungen oft nur die Orte. Der Opa hat im Emmerbach das Schwimmen gelernt. Im Hiltruper See gab es damals einen abgetrennten Nichtschwimmerbereich – heute ist schwimmen dort verboten. Enkel Ben hat im Hallenbad Hiltrup schwimmen gelernt. Lebhafte Erinnerungen haben sie beide daran.

Gemeinsam mit der Familie Tennis spielen – auch so eine Sache, die sich durch die Generationen zieht. Früher traf man sich dafür auf den Tennisplätzen hinter der Tanzschule Berns. Die gibt es nicht mehr. Heute spielen sie halt woanders.

Im Gespräch mit der Familie fällt auf: Viele Menschen, die über ihre Kindheit sprechen, lassen irgendwann einen bestimmten Satz fallen: „Schade, es hat sich so viel verändert.“ War es damals nicht besser? Bei Hans-Jürgen Haider und Melanie Fleischer fällt dieser Satz nicht. Klar, Hiltrup ist gewachsen. Aber Freiräume und Natur gebe es immer noch. „Das macht uns als Stadtrand noch aus“, sagt Melanie Fleischer.

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