Ingrid Löhr veröffentlicht ihr 21. Buch
Die Braven und die Bösen

Münster-Hiltrup -

Was aus einst braven Kindern wird und wie sie sich entwickelt haben, manchmal auch zum Bösen, das sind Geschichten, die Ingrid Löhr interessieren. „Das ist spannend“, sagte die Hiltruper Autorin. Den Lebensüberblick dafür hat sie. Geboren wurde sie im Jahr 1935.

Sonntag, 12.08.2018, 20:22 Uhr

Ihr neuestes Werk „Hinter dem Nebelwald“ stellt Ingrid Löhr vor. Es ist das 21. Buch der 83-jährigen Autorin aus Hiltrup. Ihr Mann ihr Mann Erwin Löhr hat die Kurzgeschichten illustriert.
Ihr neuestes Werk „Hinter dem Nebelwald“ stellt Ingrid Löhr vor. Es ist das 21. Buch der 83-jährigen Autorin aus Hiltrup. Ihr Mann ihr Mann Erwin Löhr hat die Kurzgeschichten illustriert. Foto: hk

Natürlich sind die Geschichten abstrahiert und mit einem Quäntchen Fantasie versehen. Dadurch werden die Kurzerzählungen allerdings nur noch spannender. Sie sind wundervoll zu lesen und die Hiltruperin hat die Geschichten mit ihren eigenen Wortschöpfungen geschmückt. Zum Einsatz kommen auch starke Metaphern. Von Ästen ist die Rede, die verdorrend in der Umklammerung einer teils abgesägten Zwillingsbuche hängen. Oder von einer Orgel, die ihre „Klangfluten“ durch die Kapelle „stürzt“.

Scharfsinnig beobachtet Ingrid Löhr ihre Mitmenschen. Ihr neu erschienenes Bändchen heißt „Hinter dem Nebelwald“. Der Titel sei ihr ganz spontan eingefallen und von den Lektorinnen des Sonderpunkt-Verlags übernommen worden. Ebenso spontan fallen ihr auch die Kurzgeschichten ein. „Ich schreibe, wenn mir etwas einfällt und ich Lust dazu habe“, sagte sie. Dass sie Bücher liebt, merkt man ihrem Zuhause an. Geordnet nach Themen zieren ganze Bücherwände nicht nur das Wohnzimmer, sondern durchziehen auch die Räume des Obergeschosses. Ein Ambiente, das zum Schreiben anregt.

Es sind Alltagsgeschichten, die ihr Mann Erwin illustriert hat. Ihnen gemein ist, das sie etwas Geheimnisvolles, etwas Wundersames bergen. Das Ende ist bei vielen Geschichten offen und entspricht nicht immer den Erwartungen des Lesers. Und das genau ist die Intention der HAFIZ-Literaturpreisträgerin, den Leser nachdenklich zu machen: Wie könnte die Geschichte ausgehen, wenn sie anders verlaufen wäre? So auch in der Geschichte „Der Brief“. Ein einstiger Freund hält ihn in den Händen. „Was will diese Frau noch von mir?“, fragt er sich ärgerlich und wendet sich wieder seiner Zeitungslektüre zu. Dort liest er die Nachricht von einer Frau, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist.

21 Bücher hat Ingrid Löhr inzwischen veröffentlicht. Das nächste wird unter dem Titel „In der Herzhöhle“ erscheinen. „Es sind Beziehungs-, keine Liebesgedichte“, kündigt die Autorin an.

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