Prinzbrücke
Kein Neubau in Sicht

Münster-Hiltrup -

Vor neuen Investitionen in die marode Prinzbrücke warnt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Rheine. Denn eine Planfeststellung für den geplanten Neubau des Brückenbauwerks ist aktuell nicht in Sicht.

Sonntag, 19.08.2018, 17:41 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 18.08.2018, 13:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 19.08.2018, 17:41 Uhr

Nichts Gutes für die Neubaupläne der betagten Prinzbrücke bedeutet das, was jetzt aus dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Rheine zu hören ist. Die Behörde, die für den Unterhalt des Bauwerkes zuständig ist, richtet sich darauf ein, erneut eine Summe von mindestens 100  000 Euro in die Brücke investieren zu müssen. Gründe sind der Bauzustand der Brücke und die Tatsache, dass weiterhin kein Neubau in Sicht ist.

Im Gespräch mit unserer Zeitung lässt Mark Benthaus , der im WSA Rheine für die Bauunterunterhaltung von mehr als 300 Brücken zuständig ist, keinen Zweifel daran, dass in absehbarer Zeit eine erneute Sanierung und Ertüchtigung der Prinzbrücke notwendig wird. Akut müsse die Behörde noch nicht aktiv werden. Benthaus rechnet aber mit einer Sanierung „in den Jahren 2019 oder 2020“.

Dreimal im Jahr werde die Prinzbrücke inspiziert. Von einem Schiff aus, das mit einem Hubsteiger ausgestattet ist, wird die Brücke aus dem Jahre 1907 von Experten genauestens in Augenschein genommen. Allein dieses Untersuchungsintervall ist außergewöhnlich und geht über das übliche Maß hinaus. Die 111 Jahre alte Brücke ist etwas Besonderes. Benthaus nennt sie liebevoll „unser Schätzchen“.

Im Bereich der Auflagerpunkte seien weitere Maßnahmen notwendig, um das Brückenbauwerk zu sichern, erläutert er. Bereits vor einigen Jahren seien diese Auflagerpunkte an der westlichen Uferseite verstärkt worden. Eine ähnliche Maßnahme stehe in Kürze auf der östlichen Seite an, sofern die Brücke noch längere Zeit genutzt werde.

Die Neubaupläne für die Brücke scheinen erneut ins Stocken geraten. Der zuletzt anvisierte Zeitplan sah einen Baubeginn im Herbst 2018 vor, um die Prinzbrücke endgültig im Jahr 2019 durch einen Neubau zu ersetzen. Geplant ist die Errichtung eines neuen Auffahrtsohres in Richtung Osttor. Dieses Auffahrtsohr dient der verkehrstechnischen Erschließung des Gewerbegebietes. In einem zweiten Schritt würde die neue Geh- und Fußgängerbrücke errichtet.

Der gesamte Plan steht unter dem Vorbehalt des Planfeststellungsverfahren. Das WSA Rheine hat in der Vergangenheit wiederholt betont, alle Vorarbeiten abgeschlossen zu haben. Die Planfeststellungsbehörde sei nun am Zug.

Die vom WSA anvisierte Erneuerung der Endlagerpunkte wäre die dritte große Sanierungsmaßnahme seit 2009. Vor nahezu zehn Jahren wurden die Brückenbogen durch zusätzliche mächtige Stahlbleche stabilisiert.

Zwei Jahre später folgte eine zweite Sicherungsmaßnahme. Die Zugbänder des Haupttragwerkes wurden verstärkt. Dazu wurden seitlich der Brücke weitere Zugstäbe angebracht. Die Sanierungskosten beliefen sich damals auf rund 100 000 Euro.

Ebenfalls seit 2009 gelten eine Lastenbeschränkung und eine einspurige Verkehrsführung, um die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit der Prinzbrücke nicht zu gefährden.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5986058?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F138%2F
Nachrichten-Ticker