Hiltruper See
Politik hat viele Fragen

Münster-Hiltrup -

Die Politik hat zum Hiltruper See viele Fragen. Bezirksbürgermeister Schmidt fordert, dass am kommenden Donnerstag das Grünflächenamt vor der Bezirksvertretung Hiltrup Rede und Antwort steht.

Freitag, 24.08.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 24.08.2018, 20:00 Uhr
Der Hiltruper See ist laut der Stadtverwaltung „kein Sorgenkind“. Die Hiltruper Politik sorgt sich allerdings, ob die massenhaft wuchernde Elodea die zuletzt erfolgreiche Bekämpfung der Blaualgen durch Ultraschall behindert.
Der Hiltruper See ist laut der Stadtverwaltung „kein Sorgenkind“. Die Hiltruper Politik sorgt sich allerdings, ob die massenhaft wuchernde Elodea die zuletzt erfolgreiche Bekämpfung der Blaualgen durch Ultraschall behindert. Foto: Grottendieck

Vertreter der Stadtverwaltung haben es selbst eingeräumt: Vier Wochen lang fand das zuständige Amt für Grünflächen keine Zeit, einen prüfenden Blick auf den Hiltruper See zu werden. Trotz der Sommerhitze, trotz der Warnungen des Düsseldorfer Umweltministeriums und trotz der Tatsache, dass bereits der Aasee umgekippt war.

„Kennt man bei der Stadt keine gegenseitige Urlaubsvertretung?“, fassen sich viele Bürger verständnislos an den Kopf. Oder wie ist die an den Tag gelegte Sorglosigkeit zu erklären? Selbst eine schriftliche Nachfrage von Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt wurde bis Freitag, wie er sagt, nicht beantwortet. Schmidt fordert jetzt, dass am kommenden Donnerstag das Grünflächenamt vor der Bezirksvertretung Hiltrup Rede und Antwort steht.

In öffentlichen Verlautbarungen der Stadt fällt vor allem auf, wie wichtig ihr ist, dass es im Hiltruper See keine giftigen Blaualgen gebe und nicht vom Umkippen bedroht sei. Der Hiltruper See weise „andere, bessere Rahmenbedingungen als andere Seen auf“, heißt es.

„Es gibt keinen Oberflächenzufluss, keine Einleitungen und kaum Nährstoffprobleme“, betont Amtsleiter Heiner Bruns gegenüber unserer Zeitung. Zudem seien Wassertiefe sowie Sichttiefe größer im Aasee. Im übrigen siedele sich die Elodea bevorzugt in Seen mit hoher Gewässerqualität an. Der Hiltruper See sei laut Bruns „kein Sorgenkind“.

Die Sichtweise, das Elodea-Vorkommen zum Qualitätsmerkmal für ein Gewässer zu erklären, ist auch der Nabu-Naturschutzstation auf Haus Heidhorn nicht unbekannt. Aus ökologischen Gründen kann ein Sprecher dem Herausholen der Unterwasserpflanzen kaum etwas Positives abgewinnen. Er verweist zurück auf den Aasee: „Gerade weil es im Aasee keine Wasserpflanzen gibt, ist er umgekippt.“ Allerdings räumt er auch ein, dass die Nabu-Naturschutzstation „wenig mit dem Hiltruper See zu tun“ habe.

In der Hiltruper Politik macht sich Unruhe breit. Man möchte die aktuellen Sauerstoff- und pH-Werte erfahren. Es wachsen die Sorgen, ob die massenhaft wuchernde Elodea die zuletzt erfolgreiche Bekämpfung der Blaualgen durch Ultraschall behindert. Man fragt sich, was die Biomasse bewirkt, die trotz des derzeitigen Rollenpflücker-Einsatzes im Wasser verbleibt und auf den Seegrund absinkt.

Auch will man wissen, ob man sich aus Gründen des Natur- und Gewässerschutzes künftig sommertags an den Anblick eines grün eingefärbten See gewöhnen müsse. Bei manchen wächst der Argwohn, die Stadt habe es sich nicht nur in diesem Sommer zu leicht gemacht mit dem Gewässer. „Die wollen einfach kein Geld in die Hand nehmen“, sagt ein Bezirksvertreter.

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