Gibt es für Segler eine Zukunft auf dem Hiltruper See?
Hiltruper See: Minimalziel wurde erreicht

Münster-Hiltrup -

Der Rollenpflücker hat unter der Woche seinen Einsatz gegen die Elodea, die stark wuchernde Unterwasserpflanze, beendet. Hat sich der Aufwand gelohnt?

Samstag, 08.09.2018, 07:29 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 08.09.2018, 07:29 Uhr
Mit dem Rollenpflücker gegen die Wasserpest: Freigelegt wurde nur ein vergleichsweise kleiner Bereich um den Bootssteg.
Mit dem Rollenpflücker gegen die Wasserpest: Freigelegt wurde nur ein vergleichsweise kleiner Bereich um den Bootssteg. Foto: gro

Ein Minimalziel ist erreicht. Die Segler haben Zugang zu den Bereichen des Gewässers, auf denen sie ihrem Sport nachgehen können. Am Freitag fand erstmals seit Monaten ein Training der Opti-Segler statt.

Zugleich sind die Zweifel gewachsen, ob die Sportler auf Dauer Freude an ihrem See haben werden. Das hat – natürlich – mit der Elodea-Pflanze zu tun, die sich in Form eines dichten Teppichs breit gemacht hat. Wiederholt musste der Rollenpflücker Zwangspausen einlegen, „wenn wir zu mutig in den Urwald gefahren sind“, wie der Maschinenbauer und Erfinder Jörn Lutat erzählt. Freigelegt wurde daher nur ein vergleichsweise kleiner Bereich um den Bootssteg.

Sehr genau hat der Verein sich mit einer Stellungnahme der Stadt zum Zustand des Sees und den Wassersportaktivitäten befasst. Da gab es einiges, was sie nicht optimistisch stimmte.

Am 22. August – als in der Öffentlichkeit Ängste aufkamen, auch der Hiltruper See drohe ähnlich wie der Aasee zu kippen, verschickte die Stadt eine Mitteilung, die in erster Linie einen Zweck hatte: Es ging um die Beruhigung der Bevölkerung. Für die Segler waren andere Aussagen wichtig.

So lasen sie etwa, dass die Stadt Münster sich an dem Pilotprojekt des Rollepflückers finanziell beteilige, damit „die Eingriffe mit Sachverstand und Vorsicht“ erfolgen. Es gab noch mehr, was die Segler interessiert zur Kenntnis nahmen: Bei der Pflege des 16 Hektar großen Sees wurden sie von der Stadt gehörig in der Pflicht genommen: „Der Segelclub hat als Pächter des Hiltruper Sees genau wie ein Fußballverein für einen gepachteten Rasenplatz die Zuständigkeit für die Unterhaltung und Pflegemaßnahmen am See.“

Was genau das wiederum heißt, würden die Sportler gerne wissen. Ob sie am Ende die Verantwortung für den Zustand des Sees übernehmen sollen?

Mittlerweile wächst die Ahnung, dass die Probleme mit der Elodea ihnen noch schwer zu schaffen machen könnten. Ein Knackpunkt könnte die Wassertiefe sein.

Für die ökologische Stabilität des Sees führt die Stadt Münster die große Wassertiefe an. „Von bis zu 4,60 Metern“, spricht die Stadt. Diese Angabe stimmt mit dem überein, was in einer Tiefenkarte des Sees zu lesen ist. Diese Karte wurde im Jahr 2000 von einem Gutachter angefertigt.

Die Sache hat einen Haken: Das tiefe Gewässer beträgt „maximal fünf Prozent“, sagt der Vorsitzende Martin Wurzer-Berger. Größtenteils sei der See lediglich zwei bis drei Meter tief. Problematisch sei ein Absinken des Wasserspiegels um mehr als einen Meter seit dem Jahr 2000, sagt der Vorsitzende. Da sich die Elodea vornehmlich in Bereichen mit geringerer Wassertiefe ausbreitet, könnte es schnell zappenduster aussehen für den Segelsport. Sollte es tatsächlich soweit kommen, könnten die Hiltruper Segler allerdings auf die Solidarität befreundeter Vereine rechnen. Es gibt das Angebot, deren Boote auf dem Aasee nutzen zu dürfen.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6033513?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F138%2F
Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Fußball: 3. Liga: Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück
Nachrichten-Ticker